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Religionstheile in rohe Anzüglichkeiten aus. Das gemeine Volkbeschimpfte und schlug sich, und die Obern wurden immer in neueStreitigkeiten verwickelt. Die heftigen Aeußerungen eines Schafs-hausischen Bettagsmandates von 1686 vermehrten die Zahl dererhitzten StandeSgeschäste.
Die auf Frankreichs Antrieb auch von Savoien gegen dieWaldenser erneuerten Verfolgungen veranlaßten 1686 die evange-lischen Orte, eine Bothschast an den Herzog zu senden, welcheaber keine Milderung bewirkte. Eine kostbare goldene Kette,welche der Jüricherische Abgeordnete, Caspar von Muralt, erhielt,schenkte er den Verfolgten. Die evangelischen Orte hemmte dieDrohung des Königes von Frankreich, er wurde jede Unterstützungder Thalleute als einen Friedensbruch ansehen und den Kriegerklären. Durch die vereinigte Uebermacht Französischer und Savoi-fcher Truppen wurden die Unglücklichen nach dem tapfersten Wider-stände bezwungen. Viele kamen durch die Waffen, viele in hartenGefängnissen um. Unecmüdet waren die reformirten Eidsgenossen.Ihren Verwendungen und denjenigen der voi: ihnen aufgefordertenGeneralstaaten und des Kurfürsten von Brandenburg gelang es,den freyen Abzug der Bedrängten aus Savoien zu erhalten.Vielfach wurden diese unterstützt und empfohlen. Gleichwohlbrachten die Unglücklichen, welche durch die Ungewißheit ihresSchicksales beynahe zur Verzweiflung gebracht waren, ihre Wohl-thäter mehrere Mähst durch Widersetzlichkeit pdex durch gewagteUnternehmungen in Verlegenheit, Brandenburg, Pfalz undWürtemberg gewährten den Vertriebenen Wohnsitze. Allein als1688 die Franzosen in Deutschland einfielen, flohen die in denbeyden letztem Staaten Angesiedelten wieder nach der Schweiz.Plötzlich setzten sie 1689 über den Genftrsee und drangen mit eineralle Gefahren verachtenden Kühnheit wieder in ihre Thäler.Die Achtung, welche ein unbesiegter Muth einflößt, und diewichtigen Dienste, welche sie dem Herzoge gegen Frankreich lei-steten, erwarben ihnen wieder seine Gunst und begründeten aufsneue hie noch blühenden Waldensergemeinen.