zwey Monathe früher als Bothschafter nach Wien abgegangen;er verließ die katholischen Orte, die er mit Hoffnungen der Wie-derherstellung des Verlornen erfüllt hatte, in Währung, die Re-formirten in Unruhe und voll Mißtrauen. Diese versammelten sicham 19 November zu Aarau, wohin auch Genf eingeladen war.Der Französische Gesandtschafts-Secretär, de la Martiniere,der seine Abwesenheit mit seiner schlechten Gesundheit entschuldigte,suchte in einer Zuschrift vorn 2t durch die Versicherung von derZuneigung des neuen Königes Ludwigs XV und des Herzogs Re-genten Beruhigung zu geben, und die katholischen Orte erklärtendas Gerücht als eine grundlose und böswillige Zulage; allein»nan war noch lange in unruhiger Erwartung, und Gens begannzur nähmlichen Zeit, seine Festungswerke auszudehnen. Niemahlswollten in der Folge die Französischen Bothschafter von geheimenArtikeln etwas wissen^). Einige Rückstände wurden bald nachdem Schlüsse des Bündnisses nachbezahlt; allein nach wenigenJahren waren sie größer, als vorher.
Seit der neuen Verbindung mit Frankreich verminderte sich dieTheilnahme, welche Oesterreich während der Badischen Friedens-Unterhandlungen für die Angelegenheiten der V Orte gezeigt hatte.Sehr bald mußte der Gras du Luc sich zu Wien davon über-zeugen, und der General von St. Saphorin, der als Großbritau-nischer Minister nach Wien kam, that für die beyden Orte, wasseine Stellung erlaubte. Der Abt Leodegar, welchem du Luc undsein Nachfolger riechen, sich an Frankreich zu halten, getraute sichnicht, dieß zu thun, weil er besorgte, die Gewogenheit desKaisers darüber einzubüßen und dennoch von Frankreich vernach-lässigt zu werden. Bern wünschte den Frieden, und im Januar1716 leitete der Schultheiß Willading die Unterhandlungen wieder
(") Noch 17-j.i geschahen darüber Anfragen. Der Bothschafter,Marquis von Eourteills, erklärte den St Gallischen Gesandten,von einem geheimen Artikel sey ihm nichts bekannt. Siehe von ArxGeschichte des CankonS St. Gallen. IN. Seite Sgo.