SS2
Cantone Zürich, bey. Am Ende des Augusts begann der Ein-marsch des Ruffischen Heeres unter Korsakow, welcher sich ln derGegend von Aürich aufstellte. Der Erzherzog, der mit wohl-wollender Schonung die besetzten Gegenden behandelt hatte, gingnach Schwaben, welches vom Rheine her wieder durch die Fran-zosen bedrohet war, und Hotze blieb nur noch mit einer Abthei-lung zurück, indeß zur nähmlichen Zeit die Franzosen über denPragel und vom Zürichersee her sich des Landes Glarus wiederbemächtigten.
Mangel und Erschöpfung lagen schwer auf dem größten Theiledes Landes, insbesondere in den innern, Gegenden, wo die frem-den Heere, vornähmlich die Französischen, die wenigen Hülfsmit-tel verzehrten und selbst noch Mangel litten. Um Einsiedelnund noch in andern Gegenden waren die Einwohner, welche denFranzosen bey ihrer Rückkehr muthvollen Widerstand geleistethatten, großen Theils entwichen; doch bald kehrten die meisten mitBewilligung wieder in ihre verödeten Wohnstätten zurück. Eineschwere Landplage war die unter dem Hornvieh eingeri'sfene Gal-lenruhr oder Löserdurrc, welche zu verschiedenen Zeiten sich überDeutschland verbreitete, wenn Ungarisches Schlachtvieh lange undzahlreich den Oesterreichischen Heeren nachfolgte. — UnruhigeBewegungen in den Helvetischen Landschaften waren setzt seltener;aber sie hörten nicht auf. Am 26 Juli hob die Miliz zu Aar-berg und in den umliegenden Gegenden die alte Bernerfahnewieder empor, und nur durch Französische Truppen wurde derGehorsam hergestellt. Man sah das Neuenburgische als denPunkt an, aus welchem gegcnrevolutionäre Versuche zu erwartenseyen, weil es bekannt war, daß zahlreiche Ausgewanderte undOesterreichische Ausreißer sich daselbst aufhalten und Verpflegungfinden. Durch die Fortschritte der Franzosen in den Waldftät-ten war der Muth der Helvetischen Behörden wieder gehobenworden. Am 5 September wurde beschlossen, die HelvetischenKriegsherr? beträchtlich zu vermehren, und am 18 wurden aufsneue Strafen gegen diejenigen bestimmt, welche sich dem Kriegs-