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Zweyter Band.
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Kirchliche. Das wissenschaftliche Studium der GotteSgelahrt-heit wird weit emsiger betrieben; allein je nach Beschaffenheitder Quellen, aus welchen geschöpft wird, nimmt man bald er-freuliche Vorschütte wahr, durch welche diejenigen sich immermehr vereinigen, die nach reiner Erkenntniß deS Höchsten Hin-streben, bald aber auch beunruhigende Rückkehr in eine düstereVorzeit. In der gebildeten Classe ist jene Gleichgültigkeit(Jndifferentismus), die man oft mit freundschaftlicher Annäherungder verschiedenen Bekenntnisse verwechselte, seltener geworden. Anächter Toleranz hat das Zeitalter gewonnen. Zeugen davon sinddas gegenseitige friedliche und freundschaftliche Benehmen beyder Re-ligi'onsparteyen, die beynahe in allen Cantonen frey gegebenen An-siedelungen anderer Religionsverwandten, die katholischen Kirchenin Bern, Zürich, Basel, Aarau, Lausanne, u. a. m. Schwie-riger waren die katholischen Stände, ungeachtet ein evangelische«Cultus für den Staat ungefährlich ist, weil die Genossen des-selben unter keinen fremden Obern stehen. Doch hat Luzern einerfreuliches Beyspiel der nähmlichen Duldung gegeben. Ungeach-tet dieser Duldung ist hingegen mit der größern Aufmerksamkeitauf das Kirchliche die Polemik *) wieder lebhafter geworden.

(*) Durch Forschung und den Tausch der Ideen kann die Wahr-heit nur gewinnen. Jedes Bekenntniß spreche daher mit freyer Ueber-zeugung, und keiner fordere das Aufhören eines solchen wohlthätigenKampfes; aber nie sollten die aufrichtigen Freunde der Wahrheitvergessen, daß, wenn sie schon unter verschiedenen Bannern fechten,ihnen noch gefährlichere Gegner entgegen stehen, und daß, wenn siein Haß und Verfolgung sich verirren, sie jenen Griechen gleichen,die, weil sie sich unter sich selbst zerfleischten, den Arabern, Sara»zenen und Osmanen den Sieg erleichterten, und sich selbst den Un-tergang bereiteten. — Ganz verwerflich ist eine schimpfende, rohePolemik, weil sie nur erbittert und nicht belehrt; daß aber überdas Wichtigste keine stumme Gleichgültigkeit Stakt haben soll, dacsWsr ist jeder einverstanden; nur weichen die Ansichten über die