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Zu beklagen ist, dass man, mit dem besten Willen, manchen Lesern esnicht recht machen kann. So einem „Beurtheiler in Wien“, der grosse Bedenkenüber mein „Vielarbeiten“ hat. Allerdings ist nicht nach Jedermanns Geschmackregelmäsig täglich 13 bis 14 Stunden zu arbeiten, aber dann sollte man dochmindestens Denen, welche daran Freude haben, ihr Vergnügen nicht trüben.Auch dürfte man nicht übersehen, dass durch meine Sammlungen und Vor-arbeiten jede schriftstellerische Leistung nicht nur sehr erleichtert wird, sondernauch mit dem vierten oder dritten Tlieile des Zeitaufwandes bewirkt werdenkann, welcher, ohne solche stets bereite Hülfsmittel, erforderlich ist.
Dennoch wird mit dieser Schrift wahrscheinlich die Reihe meiner grösserenstatistischen Arbeiten abgeschlossen sein. Sie erfordern (durch Sammlungen,Hülfsarbeiten u. s. w.) einen Kostenaufwand, der meine alleinigen Geld-kräfte übersteigt, seitdem meine Reklamation bei der Bundes-Versammlung —„auf Erstattung eines von mir für den Verein für Deutsche Statistik geleisteten„Vorschusses von 4000 Thaler“—zurückgewiesen ist. Andere, mehrlohnende Beschäftigungen werden für diesen schweren Verlust mich entschädigenmüssen; aber ich scheide mit Betrübniss von den statistischen Schätzen meinerSammlungen, die jetzt einzig sind in ihrer Art und wahrscheinlich auch späterkeine solche Nachahmung finden,werden.
Geschrieben am 15 l ' n Juli 1854, dem Tage der Eröffnung der DeutschenGewerbe-Ausstellung in München.
Friedr. Wilh. Frhr. von Reden,
b. R. Dr.