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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Statistik des Bodens.

Zahlen beweisen, dass Ackerbau und sonstige Bodenbenutzung in Griechenlandnoch vieles zu wünschen übrig lassen ; noch mehr tritt aber die Unvollständig-keit der Bodenkultur dadurch zu Tage, dass dieser Staat selbst in gesegnetenJahren nicht genug Getreide erzeugt, um den Bedarf der einheimischen Bevöl-kerung decken zu können und jährlich namhafte Mengen von Weizen aus denrussischen Häfen des schwarzen Meeres beziehen muss. Eine Hauptursache derunzureichenden landwirtschaftlichen Erzeugung besteht nächst dem Mangel anBewässerung in dem schlechten Zustande der Viehzucht, namentlich in der ge-ringen Ausdehnung der Binder - und Pferdezucht als derjenigen Zweige, welcheden Ackerbau allein wirksam zu unterstützen fähig sind. Dagegen sind dieHeerden von Schafen und Ziegen für die inneren gebirgigen Landestheile vonder grössten Wichtigkeit.

Zu 18. Kaiserstaat Türke}. '

(Literatur: Ubicini, Lettres sur la Turquie, Paris, II, edit 1853. von Böhn, Zu-stand der Türkey im Jahre 1853, Berlin 1853. von Besse, Das türkische Reich, Leipzig 1853. Rigler, Die Türkey und deren Bewohner, Wien 1852, Annuaires de la Revue des deuxMondes et de l^conomie politique, Paris 1851/3. Spencer, Travels in European Türkey,London 1851. Tahles of Revenue, Commerce etc. Foreign Countries, London 1849/52.Poujoulat, Histoire de lEmpire Ottoman, auch deutsch von Seybt, 1853.)

Die Natur hat über das osmanische Reich alle ihre Gaben verschwende-risch ausgestreut und bei verständiger Benutzung müsste die Türkey das ein-träglichste Land in Europa sein. Allein die durchgängige Sorglosigkeit der Land-bewohner, welche sich jeder Verbessernng widersetzt; der Mangel an Arbeits-kräften , wegen ihres grossen Hanges zur Trägheit; der Mangel an Kapitalien;Mangel fast aller guten Verbindungswege; sind die Ursachen, dass ein sofruchtbares Land zum grössten Theil verödet liegt.