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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Gewinnung und Verarbeitung der Seide.

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Die Feinheit der Rohseide sowohl als der filirten Seide wird dadurchausgedriickt und verglichen, dass man das Gewicht einer bestimmten Faden-länge angibt. Dieser Ausdruck, heisst in Frankreich titre, weshalb man die Be-stimmung der Feinheit der Seide deren Titrirung zu nennen pflegt. Als fest-gesetztes Mas des Fadens, dessen Gewicht man durch die Titrirung angibt, istdie Länge eines Strähns-von 9600 Pariser Stab ( aunes) gewählt, alsGewichts-Einheit der Denier, welcher der 24te Theil einer Unze ist und24 Gran enthält. Ein Denier ist demnach

beim Französischen Seidengewicht .... 0,0872 i

„ Piemontesischen „ „ .... 0,0876 ( Loth Köln.

„ Mailändischen „ „ .... 0,0837 ]

Man gibt, zur Bezeichnung des Feinheitsgrades, an, wieviel Denier dieFadenlänge von 9600 Aunes wiegt; findet aber dieses Gewicht nicht durch Wä-gung eines so grossen Strahns, sondern haspelt nur ein Gebinde von 400 Fädenauf einen Probehaspel (eprouvette) von 1 Aune'Umfang und wägt dieses.Die Fadenlänge einer solchen Probe ist ~ 400 Aunes (475 Meter, 610 Wiener,oder 813 7 /io Hannov. Ellen) also der 24te Theil "derjenigen Länge, deren Ge-wicht in Deniers ausgedriickt werden soll. So viel Gran also die Probe wiegt,soviel Deniers beträgt das Gewicht von 9600 Par. Stab. Der einfache Ko-konfaden wiegt 2 bis 3*/2 Denier; die feinste ungezwirnte Rohseide 7—10j Denier; feinste Organsin 16—21, gewöhnliche 23—30, gröbste 50—85 Denier;| feinste Trama 22—26, mittlere 30—40, gröbste 60—80. Ein Durchschnitts-! wertb des Deniersgewichts ist 0,0862 Köln. Loth (Karmarsch mechan. Tech-| nologie 1851, Bd. II., S. 1344 ff.)

j Die sehr grosse Geneigtheit der Seide, Feuchtigkeit in sich aufzunehmen

j (wodurch eine Gewichtsveränderung derselben bis gegen 30 Proz. herbeigeführti werden kann) und die dadurch für den Handel entstehende Unsicherheit, haben| die Einrichtung der sogen. Kon di tionirungs-Anstalten veranlasst. In! Frankreich und Italien ist der Feuchtigkeitsgehalt der konditionirten Seide zu9Vu Proz. angenommen. (Z. vergl. die Abhandlungen des Professor Egen über■ Konditionirung der Seide, in den Verhandlungen des Vereins für Gewerbfleiss,Berlin 1840 und 1841). Die Einrichtung und Wirksamkeit der beiden Seiden-| trocknungs - Anstalten des Preussischen Staats zu Elberfeld und Krefeld, ist inmeiner Erwerbs- und Verkehrs-Statistik des Preussischen Staats S. 1293und S. 1343 dargestellt. Im Oesterreichischen Kaiserstaat besitzt nur Mai-land eine derartige Anstalt, jedoch ist man mit Gründung einer Seiden- undWoll-Trocknungsanstalt in Wien beschäftigt. Die in Frankreich befindlichenAnlagen für diese Zwecke sind in Lyon und St. Etienne und ein „bureau pu-blic pour le conditionnement et le titrage des soies et des laines “ wird soeben in’ Paris errichtet. Ausserdem giebt es, so weit mir bekannt, nur noch in Züricheine derartige Anstalt. Das Gewicht der diesen Anstalten zur Konditionirunggebrachten Seide war im Jahre 1852 wie folgt:

v. Reden, Statistik v. Europa.

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