382
Veredelnde Erwerbe.
ergicbt sich eine Verminderung der Rohseide um 589900 Pfd. und es bleibenzur Verarbeitung innerhalb der Monarchie 3,518800 Pfd. im Werthe von 4072Millionen Gulden.
Hieraus entsteht eine Gesammterzeugung von 3,374900 Wiener Pfundfilirte Seide, welche — mit Einschluss der Strazza (20400 fl.) und der ander-weitig verwendeten Rohseide (80000 fl.) — einen Werth von 45,142000 fl.darstellt; so dass das Filiren eine Werthserhöhung der Rohseide um 4 V 2 Mill.Gulden bewirkt.
Die weitere Verarbeitung der filirten Seide zu Seidenwaaren istnoch immer im Grossen fast nur auf Wien, Mailand und Como beschränkt, wo-gegen die Verarbeitung zu gemischten Stoffen eine bedeutende Aus-dehnung erlangt hat. Daraus folgt, dass auch der bei weitem grössere Theil filirterSeide zur Ausfuhr nach dem Auslande übrig bleibt. So wurden denn z. B. wäh-rend der 5 Jahre 1843 bis 1847 durchschnittlich im Jahre 1,934900 Wien. Pfd.filirte, sowie 142700 Wien. Pfd. gereinigte und gefärbte Seide ausgeführt. Dadie entsprechende Einfuhr ohne Belang ist, so kommt hiernach nur ungefähr 73der Erzeugung, nämlich 1,296300 Wien. Pfd. im Werthe von 16 Mill. Guldenim Oesterreichischen Staate selbst zum Verbrauche und Verarbeitung.
Im Einzelnen war die Handelsbewegung Oesterreichs wie folgt in Ztrn:
Einfuhr. Ausfuhr.
1850 .
1852 .
1850 .
1852 .
Seide, roh ....
. . 1987
2173
29
33
„ filirte . . .
. . 36
52
—
—
„ gereinigt . .
. . 18
46
1129
1045
Seidewaaren....
238
1332
5882
Im Zusammenhalt dieser Ergebnisse und wenn man (mit der amtlichenStatistik) auf die noch nicht berücksichtigte Werthserhöhung des Materials durchdie Verarbeitung der Abfälle, das Herrichten und Färben der filirten Seide u. s. w.a /i Millionen Gulden in Anschlag bringt; so zeigt sich, dass die Seidenzuchtund Seideverarbeitung in der Oesterreichischen Monarchie einen jährlichen mitt-leren Geldwerth von 60,000000 Gulden erreichen. Veranschlagt man ferner dieZahl der beschäftigten Personen, mit Einschluss derjenigen, welche bei der Zuchtder Seidenraupe beschäftigt sind; so findet sich eine Gesammtzahl von mehrals 800000 Menschen, welche theils das ganze Jahr hindurch, theils zeitweiligdurch diesen Zweig des Erwerbs ernährt werden. — Welche ausserordentlicheWichtigkeit die Erzeugung der Seide und der Seidenwaaren für die Monarchiehat, ergiebt sich auch ferner aus der Handelsbewegung, indem Seide und Seide-waaren die erste Stelle des Oesterreich. Aktivhandels einnehmen.
Kaiserstaat Frankreich.
Da der, diesen Zweig der Erwerbthätigkeit betreffende Theil der amtlichenStatistik nicht neu ist, so bilden die Mittheilungen der Gesellschaft für die Be-förderung der Seidenzucht — (Annales de la Societe sericicole, wovon 1852 der