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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Veredelnde Erwerbe.

Aus dem Vorstehenden ergiebt sich namentlich, dass ungeachtet des un-leugbaren Fortschreitens der Seidezucht, die Verarb e itung der Seide in Frank-reich der Erzeugung dieses Rohstoffes weit vorangeeilt ist. Die Seidezucht ge-deiht in Frankreich wie überall nur da recht rasch, wo sie stark getriebenwird, weil dann Jeder dem Andern in die Hand arbeitet und die Bevölkerungim Allgemeinen an alle betreffenden Arbeiten gewöhnt ist. Viele Departementsbringen bedeutende Opfer, um diese Industrie bei sich einzuführen, errichtenöffentliche Pflanzschulen für Maulbeerbäume, setzen Preise auf Anpflanzungen,auf die Lieferung der mehrsten und besten Kokons u. s. w. aus, und vor Allemerrichten sie öffentliche Haspelanatalten, welche die Kokons aufkaufen, damitjeder kleine Züchter sicher ist, seinen Ertrag in Geld verwandeln zu können.In Algier hat die Regierung eine Haspelanstalt errichtet, welche alle Kokons,die man ihr bringt, um 2 Franken das Pfund kauft, und der Erfolg war hin-reichend günstig, indem schon 1850 über 9000 Pfd. Kokons gebracht wurden.Der Unterschied, den die zweckmäsige Behandlung aller Einzelheiten vom Pflan-zen des Maulbeerbaums bis zum Spinnen der Seide im Ertrage macht, ist sogross, dass ein mittelmäsiger Seidezüchter das Doppelte von einem schlechten,und ein guter das Doppelte von einem mittelmäsigen bei übrigens gleichen Um-ständen erlangt. Das grösste Verdienst der Gesellschaft für Beförderung derSeidenzucht in Frankreich ist, dass sie die Aufmerksamkeit nach und nach aufjeden Vortheil der Erziehung, auf jedes nützliche Werkzeug, das gebraucht wird,auf jedes Verfahren, was die Bearbeitung bessern kann, leitet; die Erfahrungenbekannt macht, Versuche veranlasst und deren Erfolge mittheilt.

Italien, ohne die Lombardie und Venedig, soll (nach Serristori, Statis-tica del Italia, Firenze 1836) als Mittelernte nachbezeichnete Mengen Rohseide

erzeugen (in Toskanischen Pfd.):

a) Piemont-Sardinien. 2,500000

(Werth 24—30,000000 Lire).

b) Neapel-Sizilien. 1,400000

(wovon Sizilien 270000).

c) Kirchenstaat (Fulchiron, Situation de l’Italiemöridionale en 1841; Journ. des Econo-mites 1844 II, S. 49 ff.). 800000

d) Toskana. 200000

e) Parma. 100000

f) Modena. 80000

g) Lucca. 30000

Zusammen 5,110000 Pfd.

wofür er (zu 20 ital. Lire 1 Pfd.) einen Werth von 102,200000 Lire berech-net. In der 1852 erschienenen zweiten Auflage jener Schrift sind die obigen An-gaben wiederholt. Andere Italische Statistiker haben sich gar nicht einmal aneine Schätzung der Seidenerzeugnisse Italiens gewagt, so wichtig eine genauere