Bergban u. Hüttenbetrieb. (Eisengewinnung u. Verarbeitung.)
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Das Eisen aus den Nassauischen Erzen ist von der vorzüglichsten Güte, sowohl zumZweck des Vergiesens als des Verfrischens. Die Erze, insbesondere die Rotheisensteine, vereini-gen die allerbesten Eigenschaften; sie sind frei von schädlichen Beimischungen, äusserst reich-haltig und leichtflüssig und was gleich wichtig ist, sie kommen in so grossartigen I.agern undGängen vor, dass die Gewinnung ganz ausserordentlich billig ist. Sie steht häufig nur auf 1 ] |2Sgr. für 1 Ztr. und 2'(4 bis 2'|2 Ztr. genügen zur Herstellung eines Zentners Roheisen. Wenndeshalb auch der Hohofenbetrieb in Nassau selbst sich nicht mehr erweitern sollte, so werdendoch sicherlich die Erze in immer grossartigerem Masstabe nach den Gegenden geführt werden,wo die Steinkohlen billig sind. Der Umfang, welchen diese Erzausfuhr trotz der äusserst man-gelhaften Schiffbarkeit der Lahn bereits gewonnen, gestattet den sichersten Schluss auf die Zu-kunft des Nassauischen Bergbaues. Man verhüttet bereits Lahnerze in Oberhessen und Kurhessen,im Kohlenrevier der Ruhr und der Saar, in der Rheinpfalz, im Eisass, im Odenwald und amMain, also in einem Kreise, dessen grösster Durchmesser bis zu 60 Meilen beträgt und wotheilweise zu den Wasserfrachten_ von 30—40 Meilen noch Landfrachten bis zu 10 Meilen hin-zutreten, so dass die Erze beim Verbrauch mitunter das Sechsfache des Haldenpreises kommen.Der Hauptpunkt aber, wo die Nassauischen Erze im Grossen zum Verbrauch gelangen werden,bleibt das Ruhrkohlenrevier, wohin die Fracht jetzt schon billiger ist, als manche Hütten, dienur einige Meilen von den Gruben entfernt liegen, bei schlechten Landwegen zu tragen haben.Allerdings ist die Kanalisirung der Lahn, oder vielmehr die Erbauung einer Eisenbahn vonGiessen nach Koblenz, die nothwendige Vorbedingung zur völligen Entfaltung des NassauischenBergbaus. Denn abgesehen davon, dass jetzt die kurze Fahrt auf der Lahn das 2 bis 3fache anFracht kostet, als die weitere Verschiffung auf dem Rhein auf 3fach längere Strecken, so wärenauch grosse Mengen mit den bisherigen Transportmitteln gar nicht zu beschaffen, indem dieSchifffahrt auf dieser Wasserstrasse oft 8 Monate des Jahres gehemmt ist. Die Nassauische Eisen-erzeugung findet ansschliesslich bei Holzkohlen Statt; auch dürfte es künftighin in der Regelvortheilhafter bleiben, die dortigen Eisensteine nach den Steinkohlenrevieren zu schaffen, alsumgekehrt im Herzogthum selbst bei Kokes zu hütten. (Aus Oechelhäuser, Statistik der Eisen-industrie aller Länder, Berlin 1852, S. 80, eine der besten Schriften ihrer Art).
Nach einer Angabe des Abgeordneten Lossen (in der Nassauischen Kammer1852, May 14) verbrauchen die Hütten jährlich 37500 Klafter Holz, zum Werthevon 8,600000 Fl. Die Nassauische Stab eisenerzeugung beträgt 60—65000Ztr., wovon auf die Puddlingöfen etwa 61 % kommen.
9. Königstaat Sachsen.
Die Hohöfenausbeute beträgt 140—150000 Ztr. jährlich, wovon 105 bis110000 Ztr. auf Roheisen kommen; durch 19 Hohöfen, wovon 3 mit Kokesgefeuert werden (diese liefern 45000 Ztr.). Die Erzeugung von Gusswaaren ausRoheisen ist (besonders für die bedeutende Maschinenfabrikation) ansehnlich; siemag auf etwa 50000 Ztr. sich belaufen. Die Stabeisenverfertigung beträgt 80bis 85000 Ztr.; von Schwarz- und Weissblech 10—11000 Ztr.; von Draht250—300 Ztr.
10. Thüringensche Staaten, nämlich:
a. Grossherzogthum Sachsen, Stabeisen 4000 Ztr.
b. Sachsen-Koburg-Gotha, 10—1200 Ztr. Eisenstein; 3 Hohöfen, 5Frischfeuer, 1 Schweiss-, 1 Flammofen, 1 Drahtwerk, 4 Stahlfeuer (6 — 8000Ztr.), mit zusammen 81 Arbeitern. Da die Hohöfen nur wenig arbeiten, ist etwa8—9000 Ztr. Roheisen anzunehmen.
c. Sachsen-Me in ingen (nach Brückners gediegener Landeskunde, Mei-