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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Veredelnde Erwerbe.

eine ganz ausserordentlich grosse Zunahme seit 10 bis 12 Jahren nicht zu ver-kennen; welche im Einzelnen zu beleuchten hier der Raum nicht gestattet.

Die Hohofenerzeugnisse von ganz Europa wurden für1808 von Villefosse . . zu 13,680000,

1830 Virlet . . . 30,866000,.

1836 Hasse . . . 29,330000,

1840 Debette . . 36,146000,

1846 Hartmann . . 69,195000,

1850 Oeclielhäuser . 78,592000

Zentner berechnet. Sie werden im Jalire 1855 höchst wahrscheinlich 90,000000Zentner erreichen.

cc. Kupfer-Gewinnung.

Kupfer (franz. Cuivre, engl. Copper), von braunröthlicher Farbe unddichtkörnigem oder feinzackigem Bruche, nimmt durch Poliren einen schönen Glanzan und hat einen starken Klang. Seine Härte ist, nicht gross, seine Dehnbarkeitbedeutend, und diese Eigenschaften bestimmen seine Güte, weshalb das Kupferverschiedener Länder einen sehr abweichenden Werth hat. Der Anfang des Weiss-glühens ist die Schmelzhitze des Kupfers (862° R.); es taugt seiner Porositätwegen nicht zum Guss, läuft in der Luft an und bildet Grünspan. Ein Kubik-fuss wiegt 460 475 Pfd.; es ist häufig, selbst nach der Bearbeitung, durchkleine Mengen fremdartiger Stoffe verunreinigt, weil die Scheidung derselbenschwierig ist. Das Kupfer findet sich zwar gediegen, jedoch weit häufiger ver-erzt; als Oxydul (Rothkupfererz); Schwefelkupfer (Kupferglanz), auch in Ver-bindung mit Schwefeleisen und Schwefelarsenik oder Antimon (Fahlerz); alskohlensaures Oxyd (Kupferlasur und Malachit); als schwefelsaures Oxyd (Kupfer-vitriol) ; auch gehört der Kupferschiefer (bituminöse Mergelschiefer) hierher.Aus den Kupfererzen wird durch verschiedene Verfahrungsarten Rohkupfer (Schwarz-kupfer, Cuivre brut, coarse Copper), aus diesem Garkupfer (Scheibenkupfer,Rosettenkupfer, Cuivre rosette, Rose-Copper) gewonnen; dann wirdes hammer-gar hergestellt und nun entweder zu Hartstücken gegossen, oder (für feinereArbeiten) raffinirt. Durch Anwendung der Flammöfen wird (wie z. B. in Eng-land) schon auf den Kupferhütten der hammergare Zustand erreicht, währendgewöhnlich diese Arbeit denjenigen Fabriken überlassen bleibt, welche mit Ver-arbeitung des Kupfers sich beschäftigen. Veredelungen dieses Metalls sind zuBlech (Cuivre en Plaques, Cuivre lamine , Copper-sheet, Copper-plate); Draht(fil de Cuivre, Copper-Wire); durch Schaben, Schleifen, Poliren. Die Erzeug-nisse des Kupferschmieds bestehen hauptsächlich in Gefässen für den Küchen-gebrauch, für Fabriken, Destilliranstalten u. s. w. Andere wichtige Verwendungensind zur Münze, zu Schiffbeschlägen, Dachbedeckungen, Kupferplatten, zur Dar-stellung anderer Metalle (Messing, Tombak, Bronze, Glockenspeise, Kanonengut),zu Farben (Kupfervitriol, Bremer-, Braunschweiger-Berggrün). Die hohe Wich-