Bergbau u. Hüttenbetrieb. (Kupfergewinnung.)
461
,,In der zweiten Hälfte von 1852 blieb er fest auf 102 L. 10 sh, per Ton (20 Ztr.)„bester Qualität. Am 4. Januar 1853 stieg er auf 107 L. 10 sh.; am 31. Jan. auf 126 L., und„am 18. Februar bis auf 135 L. Die Nachfrage war, wie es hiess, gestiegen und der Yorrath„gefallen, weil es den Kupferbergwerken in Australien, in Folge der Goldmanie an Händen fehlte.„Plötzlich am 12. April fiel der Preis wieder um 18 L. und am 1. Juni um weitere 9 L. 10 sh.,„also auf den Standpunkt vom Jan. zurück. Man erklärt sich jetzt diese unerhörte Schwan-kung binnen 5 Monaten durch die “Willkür des „Schmelzer-Vereins", der das Privilegium hat,„den Kupferpreis zu fixiren. Diese Korporation richtet sich nicht immer nach dem Prinzip,„welches jeden Markt regelt, nämlich nach dem Verhältnis der Nachfrage zum Vorrath, sondern„lässt sich, so zu sagen, von „hohem Rücksichten“ bestimmen. Die Russische Regierung hatte„jüngst eine bedeutende Quantität Kupfer feil, und da es einigen Häusern, die nicht zu der„Korporation der Schmelzer gehören, gelungen war, mit der Russischen Regierung Handels einig„zu werden, beschlossen die Schmelzer sich zu rächen nnd setzten den Preis mit einem Schlag„um 18 L. herab. Die Konsumenten sind bei diesem System am ärgsten daran; und in der„City ist eine Agitation gegen das Privilegium der „ehrbaren Schmelzer“ im Entstehen.“
Im Jahre 1852 war die Einfuhr von Kupfer-Erz 43044 Tonnen (ausKuba 17662, Australien 9912, Chile 9254, Spanien 1935, Frankreich 959,Kanada 641, Algier 472 u. s. w); von Kupfer erster Schmelzung 5181 Tonn,(aus Chile 2043, Russland 1267, Australien 1005, den Hansestädten 262 u. s. w.)Ausgeführt wurden: Britisches Kupfer 16936 Tonnen, fremdes Kupfer 1092Tonnen; Kupferwaaren für 15099 Lst. — Fr an kr eich s reichste Kupferbergwerkesind in den Depart. der Rhone, Oberrhein, Herault, Ober-Loire, Ost-Pyrenäen.Die Jahreserzeugung von Garkupfer scheint jedoch 4200 Ztr. nicht zu über-steigen, *) denn Frankreich führt allein an Kupfer erster Schmelzung 165 bis175000 Ztr. 16 bis 18 Mill. Frank, an Werth, zum Verbrauche ein. Die eigeneAusfuhr hat sich zwischen 17 und 18000 Ztr. bewegt Die amtliche Werth-scliätzung sämmtlicher Kupfererzeugnisse welche zum Verbrauch eingeführtsind, war im Jahresdurchschnitt von 1847/51: 14,500000 Franken; im Jahre1852: 19,200000 Frk. (wirklicher jetziger Werth 23,400000 Franken). — ZumGebrauche ein geführt ist Kupfer erster Schmelzung (metr. Ztr.):
ans 1851. 1852. 1853.
England. 39839 45178 36750
Chile. 1707 358 503
Sonstigen Gegenden . 20633 39669 42962
Zusammen 62179 85205 80215
Belgiens Bergbau auf Kupfer ist nicht bedeutend, aber es besitzt an-sehnliche Fabriken für diesen Arbeitszweig, denn nach der Stat. ddcennale 1840/50lieferten 20 Hütten jährlich 995 Tonnen von je 1000 Kilogramm Roh- undGarkupfer. Der Werth der Rohkupfer-Ein fuhr war zum Verbrauch von1847/51 durchschnittlich 2,078000 Frk., 1852: 2,767000 Frk.; der eigenenAusfuhr dagegen bez. 472000 und 1,233000 Frk.
Königreich der Niederlande hat einen Einfuhr-Ueberschuss zum
*) Worauf die Angabe von 7000 metr. Zentr. im Dict. des Arts et des Manuf., Paris1853, I. Bogen 94, gestützt ist, errathe ick nicht.