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Handels-Erwerb.
Unter den Gegenständen der Einfuhr aus Deutschland und Belgien sind imJahre 1851 beispielsweise hervorzuheben: Zucker 45000JZtr. für 90500 Lstrl.; Eisenwaaren für25200 Lstrl.; Wollewaaren für 12500; Leinenwaaren für 13000; gemischte Webestoffe 29800;baumwollene Webestoffe für 9500 Lstrl.; Bretter und Bohlen für 25000 Lstrl.
Die bedeutendsten Gegenstände der Ausfuhr Siziliens nach Deutschlandsind 1851 gewesen: Südfrüchte für 90794; Süssholz für 32130 Thlr.; Baumöl für 11782; Su-mack für 13188; Schwefel für 31948 L. St. Nach den Ostseeländern gingen Südfrüchtefür 27250 L. St.; Schwefel für 28459 L. St. u. s. w.
Die Einfuhr nach dem Festlande ans Deutschland besteht im wesent-lichen aus Leinen, Baumwolle-Geweben, Kurzwaareu, Möbeln, Eisen und Stahl-waareu, Glas, Kupfer, Zucker. Die Ausfuhr nach Deutschen Staaten umfasst:Südfrüchte, Baumöl, Droguerien, Sumäch, Süssholz, Mandeln, Nüsse, Maccaroni,Wein, Seide, Lederhandschuhe. — Der Werth der Einfuhren des Zollver-eins nach dem Königreich beider Sizilien kann jetzt kaum höher als zu 50000Thlr. berechnet werden; während aus dem Königreich beider Sizilien wahr-scheinlich für 550000 Thlr. in den Zollverein eingehen. Dort sowohl, wie über-haupt in den Mittelmeerländern, ist noch ein weites Feld für die Anknüpfungvon Handelsverbindungen, welche für Deutschland eben so fruchtbar werdenkönnen, als z. B. für England, nachdem wir aufgehört haben, dessen Konkur-renz auf freien Märkten für unbesiegbar zu halten.
Einem Oesterreicliisclien Konsularbericht (in der Austria‘1854, Nr. 103)entnehme ich über Schifffahrt und Handel der Insel Sizilien im Jahre 1853auszugsweise Folgendes:
Siziliens Handel hatte sich im Jahre 1852 etwas verringert und nahm auch im letztab-gelaufenen Jahre keine günstigere Gestaltung au. Die Veranlassung dazu lag hauptsächlich iuder Vertheuerung aller Ausfuhrwaaren, als Folge minder guter Ernten, im hohen Stande derFrachten und zuletzt in den politischen Verwicklungen des Orients. Auch die Handelsbeziehun-gen zu Oesterreich hatten wohl unter diesen und ähnlichen Einflüssen zu leiden. Indess lässtsich doch seit dem Abschluss des Handelsvertrages mit dem Kaiserstaate eine gesteigerte Ein-fuhr Oesterreichischer Industrie-Erzeugnisse, welche früher vom Sizilianischen Markte ausge-schlossen waten; bemerken. In den letzten 2 Jahren sind nach den Häfen Siziliens eingelaufen:
1
8 5 2.
1 1
3 5 3.
Schiffe.
Tonnen.
Schiffe.
Tonnen.
Hand eis tjli ätig, beladen
. . 7304
408606
6412
358712
„ ., leer .
. . 1877
202738
1542
169004
Handels unthätig, beladen
. . 890
86995
1074
117131
„ „ leer . ,
40701
401
49077
Der annähernde Werth der
in 1853
unter 0 esterrei cbi s
eher
Flagge geschehenen
Anfuhr beziffert sich mit 176198
fl- (gegen
293621 fl.
in 1852);
jener
der Ausfuhren mit
230767 fl. (gegen 344933 fl.). Die Einfuhren aus Oesterreich bestanden, wie gewöhnlichin Quinkaillerien, Metallwaaren, Manufakturen, Leinwand, Uhren, Spiegeln etc. — Dorthinausgeführt wurden die verschiedenen Landeserzeugnisse, namentlich: Südfrüchte, Oel, Sumack,Schwefel, Sardellen u. dgl. — Bei dem lebhaften Verkehre zwischen Triest und Katania wirdes als höchst erwünscht bezeichnet, dass auch dieser letztere Hafenplatz gleich jenem vonMessina in die Dampferlinien des Oesterreichischen Lloyd aufgenommen werde, wodurch denHandelsbeziehungen zu Oesterreich ein neuer kräftiger Hebel angesetzt würde.
Ueber Jonien in neuster Zeit kann z. B. ein Handelsbericht für 1853aus Korfu, iui Preuss. Staats-Anz. 1854, Nr. 90, eingesehen werden.