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Staats- und Gemeinde-Haushalt.
jetzt abermals, nachdem durch die obigen Tafeln unwiderlegbar nachgewiesenworden, dass eingetreten ist, was ich vorhersagte: eine fortschreitende Ver-mehrung der Lasten des Volks, eine bedeutende Steigerung fruchtloser Staats-ausgaben; eine rasche, immer tiefere Verschuldung; — welches zusatnmenge-nommen jetzt schon einen bedeutenden Theil der Staaten von Europa an denRand des Abgrundes geführt hat, aus welchem sie gar nicht Wiedererste-hen , oder doch nur in gänzlich veränderter Gestaltung wieder hervorgehenwürden. —
Nachträge, Berichtigungen, Satzfehler.
Zu Seite 6, 14, 216 u. 238: Im Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen be-fanden sich nach der Ermittlung im Dezember 1852: 60847 (nicht 74956), also auf 1 | |M.durchschnittlich nur 3930,70 Bewohner. — Dieser Staat enthielt damals ferner: 5 Städte, 7 Stadt-und Marktflecken, 81 Dorfschaften, 9833 Wohngebäude. Die Versicherungssumme aller Gebäudebeträgt 7,506069 Thlr.; die Zahl der verschiedenen Arten Hausthiere: a) Pferde: 3465, b) Rind-vieh: 17400, c) Schweine: 11696, d) Schafe: 84346, e) Ziegen: 6401. —
Zu Seite 69: Die Bodenbenutzung im Grossherzogthum Hessen ist mir nachträglich
wie folgt angegeben :
Kulturarten. Flächeninhalt.
Morgen.
Ackerfeld, einschlieslich der Grabgärten.1,641513
Wiesen, einschlieslich der Grasgärten. 438325
Weinberge . 38893
Wald . 1,090782
Hofrai thegründ e. 17693
Unbesteuerbar . 136311
Zusammen . 3,363517
„haben in vielen Staaten jetzt bereits die dringendsten Verlegenheiten herbeigefühjt; die Staats-schuld schreitet mit erschreckender Schnelle vor; Staaten, Gemeinden und Korporationen wett-„eifern mit Ausgaben von Papiergeld, um auf dem Geldmärkte den Rang sich abzulaufen, als„drückte auch dabei sie das Gefühl des Zuspätkommens. Wie muss das enden, wenn nicht bald„geholfen oder doch gebessert werden kann? Unleugbar mit der Zerrüttung aller Vermogens-„Verhältnisse der Staaten, wie der Gemeinden und der Einzelnen. Wahrlich mir scheint, dass„man für Kopf und Herz sehr schlecht sorgt, wenn man den Magen ausser Berechnung lässt,„und der Hungrigen werden beider jetzigen Wirthschaft täglich mehr. — Wenn also nicht mehr„Steuern zu erlangen sind als bisher, so muss gespart werden. Wenn ferner an den Ausgaben„für die Staatsschuld begreiflich nichts gespart werden kann, alle an der bürgerlichen Verwaltung„möglichen Ersparnisse aber nicht entfernt ausreichen würden; so mOSS an den Ausgaben„für die Streitmacht gespart werden.
„Man kann und wird ohne Zweifel, wie dies früher immer und allenthalben geschehen„ist, auch diese Zumuthung mit der Bemerkung abweisen:
„„Die politischen äussern und innern Zustände gestatteten eine beträchtliche Verminderung„„der Ausgaben für das Heer überhaupt nicht, oder mindestens jetzt nicht.““ „Darauf erwiedere„ich, dass jede zum Zwecke jener Ersparung im Staatshaushalte erforderliche Aenderung der„politischen Zustände von den Regierungen gemeinschaftlich und'von jeder einzeln herbei-„geführt werden kann, dass es aber wahrlich ausser ihrer Macht liegt, in bisheriger Weise mit„dem Staatshaushalte fortzuwirthschaften; selbst wenn sie dabei auf die Hülfe gefälliger Landstände„rechnen könnten. Die Regierungen würden vielmehr unfehlbar die Erfahrung machen, dass„ihre bisherigen Bemühungen, die öffentliche Sicherheit wieder herzustellen, nur deshalb von„Erfolg gewesen sind, weil sie dabei die bei weitem überwiegende Mehrzahl der Besitzenden„auf ihrer Seite gehabt haben, und dass sie diese Unterstützung der Besitzenden nur deshalb„genossen haben, weil dieselben darin das beste Mittel zur Erhaltung ihres Besitzes erblickten.„Würden aber die Regierungen selbst das Wohlbefinden dieses einflussreichen Theils der Bevöl-kerung durch fortgesetzte Anforderungen an deren Geldbeutel beeinträchtigen: so dürfte dieses„ leicht ihre Sicherheit ernstlicher gefährden, als alle bisherigen politischen Ereignisse.