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Gottfried's von Monmouth Historia regum Britanniae : mit literar-historischer Einleitung und ausführlichen Anmerkungen / herausgegeben von San-Marte. Und Brut Tysylio, altwälsche Chronik in deutscher Übersetzung
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rieh VI. fortgeführt ist; und dieses ist wieder mit zwei an-dern Mss. zu Wynstay verglichen. In diesem Ms. ist dererstere Theil der Chronik weit vollständiger, als irgend einandres Ms. das er gesehn, wesshalb er auch die Zusätzeund Paraphrasen in Noten unter dem Text vollständig mit-getlieilt hat. Das Uebrige aber stimmt mit den übrigenwälschcn Uebersetzungen Gottfrieds, und es erscheint ihmaugenscheinlich als eine Uebersetzung oder Bearbeitung derHistoria von andrer Hand, als der des Brut Gruffudd apArthur. Somit dient auch dieses nicht unserm Zweck, undbleibt dem hiernach weiter prüfenden Leser die Verglei-chung von Roberts Werk selbst überlassen.

Der oben S. XIV. mitgetheilten Ansicht der Herausge-ber der Myv. Arch. über die Schlussbemerkung Walthersim Brut Tysylio steht entgegen, dass sie sich in diesem,und nicht im Brut Gruffudd findet. Wir können sie nurdahin verstehn: dass die Rückübersetzung Walthers ausdem Lateinischen in das Wälsche nur eben dieser Brut Ty-sylio sei, und es scheint auch die Erklärung hierzu sehrnahe zu liegen. Wir werden es mit dem Begriff Ueber-setzung bei Walther nicht genauer nehmen dürfen, als beiGottfried. Wenn dieser mitunter in langen Sätzen Gildas,Nennius, Beda, u. a. m. wörtlich abschreibt, und eignepersönliche Bemerkungen sich erlaubt, so wird Bearbei-tung eine richtigere Bezeichnung als Uebersetzung sein.Der Brut führt selbst eine Schrift über Arthur und Medrodan (adL. XI, c. 2.); die cc. 10 und 15 bei Nennius mögenin einer wälschen Schrift zu einer Geschichte von Brutuszusammengeschmolzen und weiter ausgesponnen gewesensein; die Nationalliteratur hat ausser Zweifel noch andreschriftliche, von Walther benutzte Denkmäler, die uns bisjetzt zum Theil verloren sind, zu seiner Zeit gehabt. Wal-ther war ein höherer Geistlicher, die lateinische Spracheihm daher gewiss ebenso geläufig, als seine wälsche Mut-tersprache, und es ist daher sehr wahrscheinlich, dass, wenner einmal eine solche Chronik unter Benutzung wälscherMaterialien schreiben wollte, er sie lateinisch verfasste,gleichwohl aber seine Compilation eine Uebersetzung aus demWälschen nähnte. Und diese seine lateinische Schrift legte

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Monmonth Hist. cd. San-Marte.