22
Abirrung des Lichtes.
wurden am 3.Dec. 172 5 angefangen, und schon am l7.Dee.bemerkte Bradley, dafs der Stern etwas südlicher erschien,als bei den frühem Beobachtungen. Mau fürchtete dies ei-ner Ungenauigkeit der Beobachtung zuschreiben zu müssen,aber da jene Acnderung am 2 0,Dec. zugenommen hatte, unddie Beobachter bei aller Sorgfalt keine Acnderung in derAufstellung des Instruments wahrnehmen konnten, so setz-ten sie ruhig und mit gröfster Sorgfalt ihre Beobachtungenfort, obgleich sie, da eine Parallaxe die Lage des Sterns indieser Jahreszeit nicht so ändern konnte, die Ursache der Er-scheinung durchaus nicht errathen konnten. Bis zum Marzerschien der Stern immer mehr und endlich 2 0 Sec. südli-cher, als beim Anfänge der Beobachtungen; dann ward erstillstehend, fing i in April au zu nördlichem Stellungen zu-rück zu gehen, stand im Iuni coen so wieder wie im Decem-ber; änderte um diese Zeit in 3 Tagen seine Zenithdistanzim Meridian um 1 Sec.; im September stand er 39 Sec.nördlicher als im März ; und gelangte, nun wieder südwärtsrückend, im December abermals zu der Stellung, wo manilm beim Anfänge der Beobachtungen gesehen hatte.
Da eine Parallaxe des Sterns seine nördlichste und süd-lichste scheinbare Stellung in andern Jahreszeiten gebenmufste ; da eine Aenderung in der Lage der Erd - Axe zwardie Erscheinungen dieses einen Sternes, aber nicht die gleich-zeitigen Beobachtungen andrer Sterne (die ihre Meridianhöhekeines-jteges so sehr äjiderte,) erklären koimte: so blieb dieUrsache immer noch unbekannt,
Bradley fing am 19- Aug, 1727 eine neue Reihe vonBeobachtungen an, und bemerkte an den jetzt beobachteten12 Sternen, dafs sie alle weiter nach Süden rückten, wennsiebei Tage, und nach Norden, wenn sie bei Nacht durchden siidl. Meridian gingeji, dafs sie ungefähr am nördlichstenerschienen, wenn sic um 6 U. Abends, am südlichsten, wennsie um 6 U. Morgens durchgingen, und dafs die gröfsestenDifiercTizen wenigstens bei den Sternen, die den Kolurender Sonnenwende nahe ständen, dem Sinus der Breite pro-portional wären,
Nach Vollendung eines Iahrcs verglich er nun alle Beob-achtungen, und nachdem er alle Vermuthungen, dafs Feh-