Band 
Erster Band. A und B.
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Abweichung der Magnetnadel.

Aus <lcr bekannten Polhöhe, nebst Höbe und Abweichungder Sonne, berechnet man ihr astronomisches Azimuth,welches, mit der Angabe des Compasscs verglichen,die Abweichung des Letztem angiebt. Die meisten Navi-gation - Bücher enthalten den Abstand der Sonne im Hori-zont vom wahren Ost- und Wcstpunct, (die Morgen- undAbendweiten’) für alle Breiten und Declinationcn berech-net, und zugleich die Veränderung dieser Gröfsen für dieersten hundert Minuten Erhebung der Sonne über den Ho-rizont. Statt der Höhe der Sonne kann mau apph die wahreZeit der Beobachtung zu Hülfe nehmen, was besonders zuLande vorzüglicher ist, wo die Beobachtung so kleiner Hö-hen mit dem künstlichen Horizont nicht angeht.

"Weit sorgfältiger mufs die Abweichung bestimmt wer-den, wenn cs nicht um eine flüchtige Reisebeobachtung, son-dern um die physikalische Festsetzung dieses wichtigen Ge-genstandes der Erkenntnif3 zu tliun ist. Der astronomischeMeridian wird da am besten vermittelst eines Passageninstru-ments, oder durch Azimuthe mit Hülfe eines Theodolithcnbestimmt. Die Erforschung des magnetischen Meridianssetzt zuerst eine grofse Beweglichkeit der Nadel voraus; dienur durch Aufhängung an einem ungedrehten Seidenfadenerhalten werden kann; 1 * 3 sodann ist nachzusehen, oh dermagnetische Meridian mit der geometrischen Längenaxc derNadel Zusammenfalle, oder, was je nach örtlichen Härtun-gen des Stahls allerdings möglich wäre, dieselbe in einerschrägen Richtung durchschneidc. Die Nadel mufs mithinum ihre Längenaxe sich umdrclicn lassen ; und da drittensein eingetheilter Gradbogen das Tertium Comparationis aus-macht, so sind die Colliinationen beider Meridiane mit dem-selben auszumitteln.

Diese Bedingungen lassen sich entweder durch das Dccli-natorium von Cassini mit Gambey’s Verbesserungen, oder

1 S. Abendu>eite.

a Die erste Idee, <Iic Magnetnadel an einem feineu, ungedrchlenFaden aufzuhängen, gehört dem Jesuiten ha AN z LasA zu. Auch räther an, das Ganze mit einer Glasglocke zu bedecken, und über das Ende

der Nadel ein Mikroscop aus zwei Linsen mit einem dazwischen ge-spannten Faden zu setzen. S. Acta Erudit. A. j686. p. 56o. Ed. Veueta.