Band 
Erster Band. A und B.
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Abweichung der Magnetnadel.

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wichtigsten Kenntnisse über diesen Gegenstand enthalten sind.So sind daselbst die Gesetze der magnetischen Anziehung,die Mitthcilung dieser Kraft an das Eisen, die Eigenschaftdes natürlichen Magnets, oder des von ihm berührten Eisens,sich nach Norden zu richten, und eben seine Abweichungvom wahren Norden klar und unzweideutig ausgesprochen.Ein so wichtiges Document hätte wohl verdient, vollständigmitgethcilt zu werden, um so mehr, da selbst dreihundertJahre später noch Zweifel gegen die Wirklichkeit einer Ab-weichung erhoben wurden, indem man, wie neuerlich beiden Einwirkungen des SchilTeisens auf die Boussolc, diebeobachtete Anomalie auf Rechnung der Instrumente und desBeobachters setzte. Erst gegen die Mitte des siebzehntenJahrhunderts überzeugte man sich von der Richtigkeit dieserEntdeckung, so wie auch davon, dafs die Abweichung anverschiedenen Orten des Erdbodens verschieden sey.

Hatte die Anerkennung der magnetischen Abweichungüberhaupt erst späten Eingang gefunden, so dauerte es un-gleich länger, bis ihre Veränderlichkeit an einem und dem-selben Orte bemerkt wurde. Obgleich man in Paris schonin den Jahren 1541, 1550, 1580, und 16 03. vier ver-schiedene Abweichungen gefunden hatte, deren Unterschiedbis auf 3,2 5 Grad ging, und obgleich zu London die Ab-weichung von 1580 bis 162 2 um 5 -j- Grad abgenommenLatte, so war doch IIex-librand im Jahr 1634 der Erste,der die Veränderlichkeit der Abweichung bestimmt erkannte.Anfänglich hielt man diese Veränderungen für gleichförmig,bis genauere Vergleichungen das Gegentheil lehrten. Selbstdie Meinung, dafs sie für den Zeitraum von wenigen Tagenunmerklich scy, wurde durch P. Tachards Versuche, dieer im J. 1682 zu Siam machte, widerlegt, bis endlich imJ. 1722 der Mechanicus Graham bemerkte, dafs die Mag-netnadel nicht nur von einem Tage zum andern, sondernselbst von Stunde zu Stunde ihre Richtung verändere.

Die Wichtigkeit, welche die genaue Kcnntnifs der Ab-weichungen der Magnetnadel an verschiedenen Stellen derErde, für die Schiffahrt im Allgemeinen und besonders auch,bei dem damaligen Mangel der bessern Methoden, für dieBestimmung der geographischen Länge zur See hatte, w r cn-