Aerostatik.
259
Flüssigkeiten aus Gefäfsen jeder Art hindern, so lange derstatische Druck der Flüssigkeit geringer ist, als der Gegen-druck der Luft, und die letztere gcliindert wird, als speci-fisch leichter auf die Oberfläche der ersteren zu gelangen.
Im Allgemeinen läfst sich die Richtigkeit dieser Folgerungenin der Erfahrung nachweiscn am Stechheber, und den vielenzur Erläuterung dieser Sätze dienenden, nur in der Formvom Stechhcber verschiedenen, Apparaten, als dem Zauber-trichter, der Zaubert arm e, und dem ihr ähnlichen OelkrugederWittwe zuZarpath, dem Zauberbrunnen und dem Siebeder Vestalinnen , welche an ihrem Orte beschrieben sind.Auch die Nothwendigkeit einer Oeirnung im Spunte der Fäs-ser, im Deckel der Kannen, das Nichtausfliefsen der Flüs-sigkeiten aus Gläsern mit enger Oeflhung, z. B. des Oclesaus verschiedenen Lampen, der Dinte aus den künstlichenSchreibfedern und den sogenannten Patent-Dintefässern, dioErscheinungen des Hebers und viele andere mehr oder min-der nützliche Vorrichtungen lassen sich auf dieses Gesetzzurückfiihren.
Um den sowohl von oben als von unten und auch seit-wärtswirkenden Luftdruck anschaulich zu machen, construirteschon Mariotte 1 ein sinnreich ausgedachtes Werkzeug. Inder einfachsten Gestalt desselben nimmt man eine GlasröhreFig.AB, versieht diese inwendig in der Mitte mit einem Korke, 39.durch welchen die beiden kleinen Röhrchen a und ß gehen.
Die Röhre wird mit einer beliebigen Flüssigkeit gefüllt, amoffenen Ende gleichfalls zugeblasen und mit einem Ohre zumAufhängen versehen. Befindet sich die Flüssigkeit, wie inder Zeichnung, im unteren Ende, so kehrt man die Röhreum, die Flüssigkeit wird durch das Röhrchen a herabfliefsen,zugleich aber die Luft durch das Röhrchen ß entweichen,und so lange letzteres nicht geschieht, kann auch das Er-stere nicht erfolgen. Instructiver ist folgende Einrichtung.
Das gläserne Gefäfs AB wird seitwärts mit einem kleinenFig.Löchelchen o durchbohrt, und mit einer an beiden Sei- 40.ten offenen, in einem Korke verschiebbaren Glasröhreversehen. Das Wasser, womit das ganze Gefäfs und dio
R 2
l Tratte du mourement des eaux. p. 93.