Band 
Erster Band. A und B.
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Anamorph ose.

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alle von der einen Seite her gesehene Flächen der Prismendas eine Bild, die von der andern Seite her ins Auge fal-lenden das andere Bild darstellen. Es erhellt, dafs eine ge-ringe Acnderung der Stellung dann eine gänzliche Verände-rung des Gegenstandes zu bewirken scheint.

Katoptrisclie Anamorphoscn sind Bilder, die in Cylin-derspiegeln, Kegelspiegeln oder Pyramidcnspiegeln einerichtige Gestaltdarstcllcn, während sie mit blofscm Auge-bc-trachtet, eine verzerrte Gestalt zeigen. Man sieht leicht ,dafs der konische Spiegel PQR dem Auge in O, den PunctFiA in a, den Punct B in b darstcllt, und also die Figuren 5auf der um den Kegel liegenden Fläche, wovon AB einTbcil ist, in ganz andern Verhältnissen darstellt. Es kommtalso darauf an, ein verzerrtes Bild auf der Erweiterung derGrundfläche des Kegels zu zeichnen, welches dem Auge inO im Spiegel eine regelmäfsige Zeichnung, z. B. das Bild ei-nes Menschen darstellt. Etwas Achnliches findet für cylin-drischcund pyramidalische Spiegel statt.

Von der Verzeichnung solcher Bilder hat Simon Stevin zuerst geschrieben 1 . Eeupold erfand zur Zeichnung der-selben ein eigenes Instrument 2 .

Die dioptrisclicn Anamorphoscn zeigen durch ein viel-eckig geschliffenes Glas (Polyeder) regelmäfsige Figuren.Wer nämlich eine Tafel durch ein solches Glas betrachtet,sieht durch die Flächen des Glases nur einzelne Theile derTafel, welche neben einander zu liegen scheinen, obgleichsie auf der Tafel weit aus einander liegen. Wenn also airfjener Tafel an richtig gewählten Stellen einzelne Theile ei-nes gewissen Gemäldes gezeichnet werden, so erscheinen siedem durch das polyedrisclie Glas sehenden Auge als nebeneinander liegend, oder als ein zusammenhängendes Gemäldebildend. Wer also eine Zeichnung zu diesem Zwecke ma-chen wollte, der miifste jene zertrennten Stücke so in einerZeichnung anzubringen suchen, dafs man sie beim gewöhn-

1 Schölt magia nnirersalis Ilerbipol. 1607 . Wolf Elem. Catoptr.probt. 25 — 27 . Langsdorf Grundlehren der Photometrie. Erlangen i8o3. S. g3.

2 Anamorphosis mccliauica nova Lips. 1714.

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