Bes ta nd (.heile. Wasserdampf. 4G9
nach corrcspondircjiclcn 1 5monatlichen Beobachtungen desHygrometers zu Genf und auf dem Ilospitium des St. Bern-hard bei einer Höhendifferenz von 107 5 1 der absolute Feuch-tigkeitszustand der Atmosphäre sowohl, als auch der relativeiu Beziehung auf die ungleiche Temperatur oben stets ge-ringer befunden wurde, als unten, so dafs hiernach die Luftin höheren Regionen überhaupt für trockner angesehen wer-den mufs, als in niedrigem. Diese Differenz ist stärker amMorgen, als am Mittage, und im Winter wieder stärker alsim Sommer *. Blofs ausnahmsweise war zuweilen selbst derabsolute Feuchtigkeitszustand oben gröfscr, als unten. Obdie Sache indefs wirklich in dieser Allgemeinheit sich so vor-Lält, ist sehr problematisch. Auf der Oberfläche der Erdenämlich setzen sich die durch Abkühlung niedergeschlagenenDünste sogleich an die mehr erkälteten Körper namentlichals Thau nnd Reif an, und befreien dadurch die Luft vouder überflüssigen Feuchtigkeit. In gröfseren Höhen kanndieses aber nicht geschehen, und daher ist daselbst die At-mosphäre selten ganz rein, sondern meistens milchig undoft mit Wolken erfüllt, welche auf allen Fall einen überden Zustand der Sättigung hinausgehendeu Grad der Feuch-tigkeit anzeigen. Aufserdem aber beweiset die grofse Feuch-tigkeit der Moose auf hohen Bergen, dafs stets eine grol’seMenge Wasserdampf in die Höhe steigt, und dort niederge-schlagen wird 2 . Bei dem aerostatischen Auffluge Gay-LÜs-sac’s w r ar die Abnahme des Hygrometerstandes auch nichtbeständig, sondern das Hygrometer zeigte zuerst abneh-mende, dann aber wieder zunehmende Feuchtigkeit, dochaber so, dafs dieser Physiker aus seiner Beobachtung imGanzen auf Abnahme der Feuchtigkeit mit zunehmenderHöhe schliefst, welches Resultat genau mit dem durch Bcau-ruY 3 erhaltenen übereinstimmt. Man könnte hiergegen ein-wenden, dafs der Aufllug bei Tage geschah, nachdem djeSonne schon geraume Zeit die oberen Luftschichten beschie-nen, mithin etwas erwärmt hatte, wohin doch die von der
1 Bibi. univ. X. 264.
2 Schuhes bei G. XXI. 485 .
5 Aull, of Phil. 1821. Sl'jit. 5 ll.