Atmosphäre des Mondes.
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sey; aber noch mehr sprach dagegen das fast immer plötz-liche Verschwinden der Sterne, die vom Monde bedecktwerden. Wenn man seltene Fälle ausnimmt, so kann man imAllgemeinen sagen , dafs die Sterne nicht die mindeste Ab-nahme des Lichtes zeigen 1 , wenn sie sich dem Mondrandenähern, sondern plötzlich von ihm verdeckt werden , stattdafs sie nothwendig eine Verminderung des Lichtes zeigenmiifsten, wenn eine ziemlich dichte Mondatmosphäre unsschon, ehe sie an den Mondrand gelangen, einen Thcil ihrerStrahlen entzöge. Nur in sehr wenigen Fällen hat manentweder eine geringe Schwächung des Lichtes oder eineVeränderung in dem Ansehen des Sternes, die allenfallsals Folge von Strahlenbrechung angesehen werden könnte,bemerkt 2 , und diese nicht ohne Grund als einen Beweis an-gesehen , dafs in den tieferen Gegenden der MondoberflächoNebel liegen mögen, welche diese Erscheinung bewirken.
Durch Schröters Beobachtungen hat endlich die Frage,ob der Mond eine Atmosphäre habe, eine etwas entschei-dendere Beantwortung erhalten. Schröter beobachtetenämlich erstlich, dafs sich an manchen Stellen des Mondessolche Aenderungen zeigen, die man örtlichen Verdichtun-gen in der Mondatmosphäre zusclircibcn konnte 3 ; und zwei-tens nahm er eine deutliche, aber freilich sehr schwacheDämmerung wahr. Von den erstem Erscheinungen werdeich bei der Beschreibung der Oberfläche des Mondes (Art.
1 Schröter giebt mehrere solche Beobachtungen an, (Selen. Fragm.2, Th. J. io 63 ), wo auch einige der gleich zu erwähnenden AusnahmenVorkommen.
2 Einen solchen Fall erzählt Schröter (Astron. Jahrb. 1798. S.1 56 .), da beim Eintritt des Aldebaran, als er vom Monde bedeckt wur-de, nach der Berührung am Mondrande der Stern plötzlich sein ge-wöhnliches Licht verlor, als ein kleiner scintillirender Lichtpunct sicht-bar blieb, nach drei Secunden wieder deutlicher aber schon innerhalbdes Mondrandes erschien, und nun nicht plötzlich verschwand, son-dern allmählig erlosch. — Wahrscheinlich mochte der Stern geradean einer Stelle des Mondrandes eintreten, wo ein tiefes, vielleicht mitNebel gefülltes Thal einen Einschnitt bildete, und deshalb konnte erals innerhalb der Mondscheibe erscheinen. (Vcrgl. Schröters Fragm,5. 1066. 1072 etc.)
3 Selenotopogr. Fragmente von Schröter 1 Th. §. 355 . 2 Th.$. 83 t.