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Gemeinfassliche Geschichte der religiösen und philosophischen Ideen : mit besonderer Rücksicht auf das Leben und Wirken der Weisen aller Völker und Zeiten ; für diejenige Klasse der Gebildeten, welche eigentlich gelehrter Studien ermangelt / dargestellt von Dr. J. Thomas Scherr und Dr. Johannes Scherr
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sehr wohlgefällig angesehen werden. Besonders berüchtigt istin dieser Beziehung das Sivarartisest, wobei Siva als diepersonisizirte Zeugungskraft verehrt wird *).

Außer den abgehandelten drei Hauptosfcnbarungen des Ur-wescns Brahm strömten noch eine unendliche Menge kleinererWesen, alle göttlicher Natur, aus demselben hervor. Unterdiesen stehen die acht Behütcr der Welt oben an: Jndra,der Gott der Luft und König der guten Genien; Agni, Be-herrscher des Feuers; Waruma, Gebieter des Wassers; Aama,Herrscher der Unterwelt; ferner: Pawana, Kuwcra, Su-j rya, Sana.

Die Planctcngcistcr sind: Ciowa (MarS), Buddha(Merkur), Bramhaspati (Jupiter), Schukra (Venus),Schani (Saturn) und Ragn und Kadu, welche Sonne undMond bedecken, wenn sie verfinstert werden. Auch werden ge-wöhnlich von den acht Behütern der Welt Surya und Sana,

, als Sonne und Mond, hieher gezogen.

Ferner gibt es noch eine große Menge göttlicher Genien,Diw's, wie z. B. Lakschni (Göttin der Schönheit), Pri-thiwi (Göttin der Erde), Lohsind (Göttin des MecreS), Kama-deva (Liebesgott), welch letzterer in besonderem Ansehen steht.

Noch wilder, ausschweifender zeigt sich die Phantasie derJndier in der Vorstellung von einer Menge untergeordneterGottheiten, deren unzählig viele sind, die als ganze Jahr-' Hunderte hindurch fortlaufende Dynastien von Kindern der> Sonne, dcS Mondcö u. s. s. theils höhern, theils niedrigerenRanges sind, als die eigentlichen Diw's. Da gibt es Bra-madika's, Rischi's, Sura's, Deva's, Danava's, Asu-ra'S, Daitya's, Rudra's, Vasava's, Gandharva'S,Apsarasa's, Uaksa's und dergleichen noch eine Menge.

') Siehe Vollmer'S mythol. Lerikon. S. 1-i23.

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