Baucrschaft, deren in damaliger Zeit wahrhaft schrecklicheLage von illiberalen, servilen Autoren vergebens verschleiertwird, ein starker Drang fühlbar geworden, der Sklaverei,in welcher sie schmachtete, ein Ende zu machen und bessereZustände zu erringen. Dieser Drang hatte bereits zu gewal>samen Rettungsversuchen geführt. So hatten sich 147t imWürzburgischen die Bauern gegen die Tyrannei geistlicherund weltlicher Machthaber erhoben, so waren 1502 die cd-säßischen und rheinländischen Bauern aufgestanden mit derLosung: was ist das für ein Wesen? Man kann vor Mönchenruid Pfaffen nicht genesen! Als Feldzeichen trugen sie einenBauernschuh mit Nesteln, woher ihre Verbindung der „Bund-schuh" hieß. Auch die würtc,«belgischen Bauern hatten sich 1514gegen den wilden Herzog Ulrich empört. Alle diese Ausständewaren aber mehr oder minder grausam unterdrückt worden.Indessen glomm das Feuer der Unzufriedenheit unter der Aschefort, und als nun die Reformation aufging, lohte es wiederin hellen Flammen auf. Damals sprach man gar viel von„christlicher Freiheit", und dieses faßten die Bauern auf,indem sie behaupteten, diese Freiheit müsse auch wirklich imVeben, auch in politischen Verhältnissen hergestellt werden.Daß sie geistige und materielle Verhältnisse verwechselten, istihnen gar wohl zu verzeihen, und einige Schriften Luthers,wie die an den deutschen Adel, hatten selbst Winke fallenlassen, daß eine Umgestaltung der bestehenden Verhältnissezwischen Regierenden und Regierten nothwendig sei. Ohneeine eigentliche Verschwörung erhoben sich die Bauern inverschiedenen deutschen Landen in Masse, in Schwaben,Franken, Sachsen, Hessen und am Rheine, und wenn einfestes, planmäßiges Zusammenwirken stattgefunden, wenn
der, Burkhardt, Wachsmuth. Gegenwärtig läßt Wilhelm Zim-mer mann eme Geschichte des Bauernkrieges erscheinen.