Band 
Erster Band. A und B.
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B a u c h x' e d n e r.

indem er diesen Ausdruck erklärt, sagt noch bestimmter,dafs die Engastrimytlien init verschlossenem Munde geredethätten, wodurch sie scheinbar aus dem Hauche redeten 1 .

Der Zweck der Bauchredner ist, durch ihre Kunst zutäuschen, und ihr Werth beruhet in akustischer Hinsichtauf dem Grade der Vollkommenheit, womit sie Töne hervor-fcringen, welche nicht ihnen, sondern irgend einer andern,von ihnen entfernten Person zuzngehören scheinen. In die-ser Hinsicht kommt ihnen die Leichtigkeit der Ohrentäu-schungen und die Unsicherheit, aus einem gehörten Schalleden Ort und die Ursache desselben zu bestimmen, vorzüg-lich zu statten. Sie lassen daher die Person, mit welchersie sich scheinbar unterhalten, auf eine von der ihrigen ganzverschiedene Weise reden, indem sie namentlich ein Kindmit einer sehr feinen Stimme darstellen , wenn sie selbst imtiefen Bafs reden, oder einen alten Mann mit einer tiefenund rauhen Stimme, wenn die ihrige ein heller Tenor ist,auf allen Fall ist der Klang der erkünstelten Stimme wesent-lich verschieden von ihrer natürlichen. Zugleich wendensie sich mit scheinbar grofser Aufmerksamkeit nach dem Ortehin, wo sich die fingirte Person befinden soll, und da siehierdurch und durch Modification der künstlich her vorge-brachten Stimme rücksichtlich ihrer Helligkeit oder Schwächedie Aufmei-ksamkeit der Zuhörer auf diesen Ort hinrichten,so treiben sie die Täuschung so weit, dafs auch die behut-samsten unter denselben nicht umhin können, den fingirtenRedenden an diesem Orte zu suchen, und dann auch bald zuhören. Hierzu kommt dann insbesondere noch die Wii'kungdes Dialogs, welcher an sich das Vorhandenseyn zweier Per-sonen voraussetzt, und wenn dann das Zwiegegespräch soschnell geführt wird, dafs Iledcn und Antworten gleichsamin einander fliefsen und sich in einander wirren, so ist beimitwirkendem Gebärdenspiel des Künstlers die Täuschungvollendet. Ganz besonders wichtig ist die Kunst der Bauch-redner, dio Stimme der dargcstellten Personen in bcstimm-

l ‘ Eyynmni uin9m, ni xixUiaittvovrnv mn/turas tp&iyynfitrm , äiü tiitioxitx ix tij? yuainot tp&f'yyfaiiu. Vergl. Mcm. de la Soc. de« Scien-ce«, Agricull. et Art« de Strasbourg . I. p. 427.