Band 
Zweiter Band. C und D.
Seite
210
JPEG-Download
 

210

Compensation,

welches die Aufhängefeder cinklemmt, nicht wie gewöhnlicham hintern Boden des Uhrwerks, sondern an dem einen Endeeines kleinen Hebels a c b, dessen anderes Ende mit einer Stan-ge b d zusammenliängt, die bei d in der nämlichen Wand be-festigt ist, weiche oben die Uhr selbst trägt. Durch Verände-rung des Hebelarmes b c, und durch die Länge der Stangeselbst, je nach der Ausdehnung des gewählten Metalles läfstsich diese Compensation berichtigen; doch wird man hierbeiimmer noch mit den Dehnungen der Wand selbst zu thun ha-ben, von denen keine Substanz, weder Holz noch Stein, ganzfreizusprechen ist. Es fällt in die Augen, dafs diese Verschie-bung des Aufhängepunctes, durch andere Mittel, namentlichdurch die oben iu Nr. 4 erwähnten ledern aus zweierlei Metallgar wohl bewerkstelligt werden könne. Diese Art der Compen-sirung hat den Vortheil, dafs sie den Biegungen und Klemmun-gen der Stangen, und dem beständigen Druck der Linse nichtausgesetzt ist, dagegen ist sie wegen der ungleichen Biegsamkeitder Aufliängefedcr iu verschiedenen Stellen, und wegen derungleichen Abschneidung ihres Biegungspunctes bei den leichtmöglichen Schwankungen der Klammer selbst, doch keineswegsden zuverlässigen Methoden beizuzählen.

Noch ist zu bemerken, dafs bei Berechnung der Coinpcn-sationen auch noch die halbe Höhe der Linse berücksichtigtwerden mufs. Je nachdem die Linse aus Blei, Messing oderEisen besteht, wird ihr Scliwerpunct im Verhältnifs der Aus-dehnung höher gehoben, als er durch die Verlängerung der ge-wöhnlich etwa 3 Zoll langen eisernen Schraube am Pendelsinkt. Ist die Linse aus Gufseisen, so fällt diese Bedenklich-keit weg; beim Blei und Messing hingegen tritt eine eigentlicheVerkürzung, eine Uebcrcompensirung ein. Verschiedene Künst-ler bringen deswegen die Stellschraube der Linse in ihrer Mitteselbst an.

Compensation bei Chronometern.

Die Unruhe der tragbaren Uhren ist eine Art Schwungrad,das durch die Spiralfeder in eine Wechsclbcwegung versetzt wird.Die Schnelligkeit seiner Schwingungen hängt ab von der Kraftder Spiralfeder, und von der Last der Unruhe selbst, nament-lich von ihrem Trägheitsmoment. Dur ch die Wirkung der Wär-