Band 
Zweiter Band. C und D.
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Destillation.

per Itttus , per inclinationem wird die Materie in der Retorteerhitzt, einem mehr oder weniger kugelförmigen, und mit ei-nem schief einmündenden Ausgangsrohre, dem Halse , ver-sehenen Gefäfse. Die in der Retorte entwickelten Dämpfe be-geben sich durch den Hals entweder unmittelbar in die Korlageoder zwischen beiden befindet sich noch ein in der Mitte bauch-förmig erweiterter Canal, der Vorstojs , in welchem die Ver-dichtung eines grofsen 'l'heiles der Dämpfe erfolgt. — Hei derdestillatio per adscensum endlich wird die Materie in einemGefäfse mit weiterer, nach oben gerichteter, Mündung erhitzt.Dieses Gefafs lieifst bald ein Kolben (wenn die Mündung ei-nen etwas längeren und engeren Hals darstellt) bald eine lilase(wenn sie kürzer und weiter ist). Auf der Mündung des Kol-bens oder der Blase ist der Helm befestigt, welcher die Däm-pfe aufnimmt, und durch seinen Schnabel in denjenigen Theildes Apparates leitet, in welchem die Erkältung eintreten soll.Bisweilen ist dieses blofs eine Vorlage; in den meisten Fällendagegen befindet sich zwischen dem Ilehnschenkel und der Vor-lage irgend ein Abkühlungsapparat, z. B. ein in dem mit kal-tem Wasser gefüllten KühlJ'asse befindliches Kühlrohr ,welches bald gerade, bald schlangenformig, bald anders ge-wunden ist, und oft noch in Erweiterungen übergeht, welchedie Abkühlung des Dampfes durch das umgebende Wasser be-fördern.

Meistens wird die Destillation bei gewöhnlichem Luft-drucke vorgenommen; soll sie hier nicht sehr langsam vor sichgehn, so mufs die Materie auf diejenige Temperatur gebrachtwerden, bei welcher der entstehende Dampf dem Luftdruckedas Gleichgewicht hält. Ist der Destillationsapparat dagegenluftleer, so erfolgt die Destillation schon bei niedriger Tempe-ratur sehr rasch, wenn nur die Vorlage kälter ist, als der Ort,in welchem die Materie verdampfen soll. Zwar ist gleichvielWärme erforderlich, um eine gleiche Quantität der Flüssigkeitals Dampf überzuführen, dieses erfolge in Luft erfülltem Raumebei höherer, oder in luftleerem Raume bei niedriger Tempera-tur x j da jedoch Wärme von geringer Intensität oft ohne Ko-

l S. T)ampf Tli. II. S. 293. ff.