Donner.
569
wolil als der Regen hört nicht eher auf, als his der Donner auf-gehört hat.
Demnach ist der Donner nicht eine Folge dos Blitzes, son-dern der Entstehung einer grofsen Wolke. Indem sich dasWassergas in der Atmosphäre durch plötzliche Erkältung inWasser verwandelt, nimmt es einen 900mal kleineren Baumein, als vorher; es entsteht ein Vacuum, die oberen Schichtenund die Nebenschichten drängen sich zu, und indem sie auf-einander fallen, entsteht ein Geräusch. Eben das geschiehttäglich im Kleinen, wenn z. B. beim schnellen Herausziehen desDeckels eines Etui, beim schnellen Schwingen einer Peitsche,deren Schnitze platt und lölfclförmig ist, ein leerer Raum ent-steht, in welchen die umgebende Luft eindringt,' und einen ei-genthümlichcn Schall durch Zusaunnenstofsen hervorbringt. Sozerplatzt die Blase mit einem Knalle unter der Glocke der Luft-pumpe, und die äufsere Luft, wenn sie die über ein Glas ge-spannte Blase, unter welcher die Luft verdünnt worden ist,zerreifst, drängt eben so mit einem Knalle in den leeren Raum.
Damit stimmt nun auch im wesentlichen J. T. Mayer 1überein, indem ihm zufolge die schnelle Verwandlung der ineiner Gewitterwolke so sehr angehäuften Menge von Bläschenin concrete, als Regen herabfallende, Tröpfchen, ja vielleichtselbst die schnelle Entweichung oder Absorption (!) des mit denBläschen verbunden gewesenen Wärmestofls und der mit demBlitze herabfahrenden Elektricität nolhwendig eine beträchtlicheLeere in der Gewitterwolke hervorbringen müsse, in welchesich sodann die umgebenden Luftschichten mit Gewalt hinein-stürzen, wodurch nolhwendig ein Knall entstehen müsse. DasHollen des Donners erklärt derselbe daraus, dafs, wenn eineelektrische Wolke sich über einen Gegenstand entlade, das inandern benachbarten und gleichsam in einer Reihe hinter undüber einander liegenden Wolken in -f- und — E durch Verkei-lung von jener elektrischen Wolke aus zertrennt gewesene elek-trische Fluidum in dem Augenblicke der Entladung jener Wölke,womit ihr verkeilender Einllufs aufhöre, in den natürlichen