Band 
Zweiter Band. C und D.
Seite
610
JPEG-Download
 

610

Druck.

Vorstellung unbewegt und gleichsam todL ist, jede Bewegung,jede Wirkung aber erst durch irgend eine Kraft erzeugt werdenkann, so ist auch ein Druck als durch die hlofse lodle Materieausgeiibt undenkbar, auch zeigt die Erfahrung, dafs derselbevermittelst irgend einer Kraft, z. B. der Schwere, der Elaslici-tiit, der thicrisclicn Muskelkraft u. s. w. hervorgebracht werde.In dem Begriffe einer Kraft liegt aber die Wirksamkeit derselbennothvvendig eingeschlossen, in so fern eine unwirksame Wirk-samkeit, eine unLhäligc Thätigkeit, eine contradiclio in adjcctoist. Wirklich äufsern sich aucli die drückenden Körper allezeittliätig, sobald sie vorhanden sind. Wollte man dagegen anfüh-ren, dafs z. B. die Expansion des Dampfes nicht vorhanden seyohnerachtel der Anwesenheit des Wassers, woraus er bestellt,und dafs die thierischen Muskeln auch ruhen, mithin zu. drückenauf hören können, so mufs hiergegen bemerkt werden, dafsWasser immer noch kein Dampf ist, und bei den thierischenMuskeln dicTdrückende Kraft jederzeit erst durch die Willens-thätigkeit erzeugt werden mufs, diesemnach auch mit dem Todeauf hört, ihren Druck als. schwere Körper abgerechnet. Aucheine Stahlfeder wird erst dann zu drücken anfaugen, wenn der-jenigen ihr inwohnenden Kraft cntgegengeslrebt wird, vermögewelcher die Thcile derselben eine einmal angenommene gegen-seitige Lage beizubehalten sollicitirt werden. Ganz etwas an-deres ist es aber mit dem Widerstande der gedrückten Körper.Wollte man annclnneii, dafs sie vermöge einer ihnen eigenenKraft dem drückenden oder in sie cinzudriugen strebendenKörper entgegenwirkten, so miifste eben diese in den nicht ge-drückten Körpern eine unwirksame, untliätige, ruhende seyn,mid allezeit erst beim beginnenden Drucke hervorgerufen wer-den, was gegen den Begriff einer Kraft streitet. Dasjenige viel-mehr, w as dem Eindringen der Körper sich entgegensetzt undWiderstand leistet, ist der Zusammenhang ihrer Tlieilchen un-ter einander, welcher genügend widersteht oder überwundenwird, wenn die Kraft der Anziehung als Ursache dieses Zusam-menhanges, geringer ist als der, ein Zerreifsen der Tlieilchenbewirkende Druck. Wie es aber zugelie, dafs die Kraft der An-ziehung nicht blofs diesen Zusammenhang bewirke, sondernauch noch einen Widerstand gegen einen drückenden Körperausübe, kann hier nicht untersucht werden, und mufs ich des-