Band 
Zweiter Band. C und D.
Seite
712
JPEG-Download
 

Dynamik.

71a

oder dafs sie zum Wesen derselben notliwendig geliörten , olraejedoch damit im Sinne der nach ihm sich nennenden Dyna-Tlliker behaupten zu wollen, dafs die Materie durch diese Kräf-te erst ihre Existenz erhalte, oder dafs alle Qualitäten und Ver-änderungen der Materie auf dieselben zuriickgefiihrt werdenkönnten. Der Consequenz nach können die Anhänger dieserDynamik (die Dynamiker im Gegensätze der yltoniistiker)nicht zugeben, dafs die Materie überhaupt,'oder vielmehr ir-gend eine specielle Materie, die eines gegebenen Körpers, beifortgesetzter ThjDilung ihre individuellen Qualitäten beibehalte,oder dafs dieselbe aus unlheilbaren Elcmentartbeilchen, Atomen,bestehe, deren specillsche Beschaffenheit die Eigenschaften ihresKörpers bedinge; nach ihnen führt vielmehr jede Theilung ei-nes materiellen Körpers nicht etwa zum physisch unendlichKleinen ( dem physich Unmefsbaren) sondern zu m geometrischunendlich Kleinen , d. h. die Materie als solche verschwindet,und geht in die sie conslituirenden Grundkräfte über. Aufgleiche Weise beruhen die individuellen Qualitäten der Materieüberhaupt und eines jeden gegebenen Körpers nicht auf eigen-tliiimlichen Beschaffenheiten, auf der Wesenheit der sie consli-tuirenden Bestaudthciie (Elemente, Atome, Molccülen), son-dern auf dem Conflicte der die ganze Natur begründenden, dieMaterie nebst ihren Eigenschaften und Veränderungen bedingen-den, Grundkräfte *.

Die Kantischen Grundkräfte, nämlich Dehnkraft und Zieh-kraft, sind schon gelegentlich genannt; auch ist schon erwähnt,dafs die Theorie der Dynamiker keineswegs erst durch Kantoder seine Anhänger erfunden sey a , eine gründliche Prüfungderselben würde aber hier nicht am rechten Orleseyn, indemes vielmehr nur auf die genaue Bestimmung desjenigen ankommt,was man unter Dynamik zu verstehen habe, die hierbei gele-gentlich mit angeregte wichtige Frage über das Wesen und dieExistenz der Körper selbst aber erst unter dem Art. Materiezur nähern Untersuchung kommen kann.

1 Yergl. J. C. Fischer Physikalisches Wörterbuch. I. 751. VIU-458. Kiaproth und Wolf chemisches Wörterbuch I. 684.

2 Yergl. Th. I. p. 122,