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Eis.
1. Sind jene Querspalten selbst das Erzeugnifs der Fort-bewegung des Gletschers, da sie, wie eine unbestrittene Erfah-rung zeigt 1 , vornehmlich da sich ergeben, wo der Abhang stei-ler wird; sie sind sehr seilen in den flachem Gegenden ober-halb des Abhanges, und die Fortschiebung der Masse an dersteilem Stelle kann also nicht von dem Keildrucke des spärlichenEises jener unbedeutenden höher liegenden Spalten bewirktworden seyn, sondern sie ist das Resultat des Gewichtes derMasse, die, über das convexe Bord des Abhanges geschoben,nothwendig nach der Richtung dieses Standes, d. h. quer aufRen Thalweg, gebrochen werden mufs. Eben deswegen müssendiese Spalten keilförmig, d. h. oberhalb weiter als unten seyn.Einige dieser Spalten sind auch zuweilen ganz durchgehend bisauf den Boden des Gebirges, zu welcher Durchbrechung dieerwärmende Kraft des von der Sonne geschmolzenen Eiswassers,in welchem nach den oben unter a. entwickelten specifischenSchweren des Wassers die wärmsten Schicixten die unterstensind, vieles beitragen mag 2 .
2. Die Bewegung der Gletscher findet nicht im Winter,sondern in der wärmern Jahreszeit statt , wie das die öfters lindzwar im Sommer angestellten Messungen, und die mit Donnerähnlichem Getöse begleiteten Erschütterungen der Gletscher indieser Jahreszeit beweisen 3 . Allein nach Saussuiie’s sorgfäl-tiger Beobachtung 4 gefriert das Wasser in jenen Spalten imSommer höchstens einen Finger dick zu, so dafs von einer so
1 Auch Pater Biseuc in s. Abltaudl. von dem Schnee, den La-winen und Gletschern in den Alpen. (Bibi. Univ. 1819. u. in G. Ann.LX1V. 183) bemerkt, dafs diese Spalten sich stets da findeu, wodas Thal stärker sich neigt.
2 Uebereinstimmend mit der schmelzenden Kraft, durch welchedas auf dem Gletscher durch die Sonne erwärmte Wasser sich unter-wärts in das Eis einfrifst, nnd Löcher von einiger Tiefe bildet, derenEntstehen Humford aus dem Niedersinken der wärmern Wassertheilebefriedigend erklärt hat. G. Ann. 1800.
3 Charpektier behauptet zwar, (a. a. 0. 8.400) ohne nähern Be-weis, das Vorrüeken der Gletscher linde im Frühjahr, nicht im Som-mer oder Herbste statt. Wenn wir auch, mannigfachen Erfahrungenentgegen, das Letztere zugeben wollten, so wäre doch wenigstensThauwetter dazu nothwendig. Niemand aber wird dem aufthauendenEise eine so grofsc Ausdehnungskraft zuschreibeu.
4 Voy. T. I. Chap. VII. p. 445.