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Dritter Band. E.
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Elasticität

ändernden Klüften entgegensetzen. So hat eine Stahlfeder.einesehr hohe, ein Blech aus Zinn oder Blei eine sehr geringe Ela-sticität. Feste Körper zeigen sich in dieser Hinsicht vorzüglichmerkwürdig. Alle sind nämlich elastisch v und in der erstenBedeutung des Wortes auch in so fern anscheinend vollkommenelastisch, als sie bei einer geringen und kurzdauernden Verän-derung ihrer Form diese vollständig wieder herstellen. Wächstaber die ihre Form verändernde Kraft, so wächst zwar auchder Widerstand, welchen sie derselben entgegensetzen, alleinnur bis zu einer gewissen Grenze, über welche hinaus derselbeentweder ganz aufhört, indem sie zerbrechen, wie z. B. dasGlas, oder geringer wird, und die Körper bei nachlassenderEinwirkung ihr voriges Volumen nicht wieder erhalten. Fastalle Körper nämlich, mindestens die meisten Metalle , wenn sieals Drähte um ihre Längenaxe gedreht, ausgedehnt oder gebo-gen werden, kommen über diejenige Grenze hinaus, bis zu wel-cher sie ihre vorige Gestalt völlig wieder annehmen , ohne dafsdennoch ihre Cohäsion hierdurch überwunden wird, aufser dasGlas, welches nach Romsorr 1 früher bricht, als es über diesenPunct hinaus kommt. Die Elasticität der Körper hat daher einegewisse Grenze, und wenn sie über diese hinaus beschwert wer-den , so zerbrechen sie entweder sogleich, oder geben der ein-wirkenden Kraft stets mehr nach , bis der Zusammenhang ihrerTheile überwunden wird, welches Letztere dann am leichtestengeschieht, wenn eine Biegung abwechselnd nach verschiedenenSeiten wiederholt wird, weswegen man z. B. Drähte abbricht,indem man sie nach entgegengesetzten Seiten krumm biegt 2 .

Ob die flüssigen Körper in der angegebenen Bedeutung desWortes vollkommen elastisch sind, ist schwer zu entscheiden.Die tropfbaren Flüssigkeiten zuerst lassen sich durch einen sehrgTofsen Druck nur wenig zusammendrücken, und ihr Wider-stand scheint hierbei der zusammendrückenden Kraft jederzeitproportional. Liefsen sie sich sämmtlich in feste Körper ver-wandeln , und wären sie in diesem Zustande sämmtlich dichterals im flüssigen , so müfsten sie durch fortgesetzte Zusammen-drückung zuletzt fest werden, und den Gesetzen der festen Kör-

1 a. a. 0. p, 376.

2 Vergl. Coulomb in Mem. de l’Ac. 1784. p. 265. TredgoldPractical Essay ou the strength of cast Iron. Lond. 1824. p. 2.