Band 
Dritter Band. E.
Seite
236
JPEG-Download
 

230

Elektricitä I.

so wird man einen eigenthümlichen Geruch wie nach Phosphorverspüren, und wenn man ihr mit dem Cesichte nahe kommt,etwas fühlen, gleichsam als ob ein feines Spinnengewebe ge-ilen die Haut flöge.

Diese angeführten Merkmale sind die allgemeinsten der E.Das erste, die Anziehung leichter Körperchen , zeigt sich schonbei den schwächsten Graden derselben ; die beiden letzteren sindaber nur bei den stärkeren Graden der durch blofses Reiben er-regten E. anzutreffen, insbesondere wenn das Glas zu einereigentlichen Elektrisir-Maschine vorgerichtet, und durch einReibzeug in den el. Zustand versetzt wird. Auch scheint derThosphorgeruch der Glas - oder positiven E. ausschliefsendzuzukommen. Andere el. Erscheinungen äufsern sich nurunter besondern Umständen unh Veranstaltungen.

Eben das , was durch das Reiben des Glases erregt werdenkann , erfolgt auch, wenn man ein Stück Bernstein , Copal ,Colophonium, Siegellack , Schwefel , einen hölzernen im Back-ofen wohl ausgetrocknelen und erwärmten Stock, Porcellan,ein seidenes Band u. s. w. reibt. Doch stehen diese Körperim Ganzen in Ansehung der Intensität der angeführten Erschei-nungen , z. B. was die Entfernung betrifft, bis zu welcher siedie leichten Körperchen anziehen u. s. w., dem Glase weit nach)zumal wenn ihre Oberfläche mehr rauh, und sie nicht durchErwärmung vollkommen trocken gemacht sind. Ein feines rechtglattes Siegellack kommt dem Glase am nächsten. Sehr oft be-merkt man, dafs solche, durch Reiben el. gewordene Kör-per, leichte Papier - oder Strohstückchen, Metallblättchen u.s, w. zwar anziehen, aber dann nicht wieder abstofsen, sondernletztere daran hängen bleiben, welcher Fall vorzüglich dann stattfindet, wenn die erregte E. nur schwach ist, und sich darummit mehr Schwierigkeit von der geriebenen Oberfläche, vol-lends wenn diese recht glatt ist, mittheilt.

Man kann im Allgemeinen sagen , dafs beim Reiben allerKörper dasselbe wie beim Glase eintritt, nur bei vielen in ei-nem sehr schwachen Grade, und nur bei Beobachtung ander-weitiger Bedingungen, indem z. B. an Metallen, wenn sie, inder Hand gehalten, gerieben werden, auch eine sehr starkeElektricität, die etwa durchs Reiben an ihnen erregt würde,nicht zum Vorschein kommen könnte, wiegen der augenblick-lichen Ableitung derselben.