Franklin’s und Symmer’s Theorie; 343
beiden Kugeln aus einer silbernen Schale sublimirt wurde, zogsich nach der positiven Kugel, sobald aber die Säure sich ent-zündete , nahm der rufsige Rauch den Weg zur negativen Ku-gel. Kampher und die Harze brennen bekanntlich mit vielemRufs. Flamme und Rauch wurden von der positiven Kugelzurückgestofsen und von der negativen sehr deutlich angezogen,diese überzog sich bald dick mit Rufs, indefs die positive Ku-gel davon nur sehr wenig annahm. Der Bernstein verhielt sichnach Art des Benzoe. Bei blofser Schmelzung zogen sich seinesauren Dämpfe nach der positiven Kugel, sobald er sich aber ent-zündete , gingen die Flamme und der Rauch zur negativen Ku-gel. Bei diesen Versuchen kommt es vorzüglich darauf an, dalsdie Luft ganz in Ruhe und die el. Kraft nur schwach sey; er-regt man zu starke E., so werden Flamme und Rauch, beson-ders wenn sie isolirt sind, von beiden Kugeln abwechselnd an-gezogen und abgestolsen.
Die Resultate dieser Versuche liefern eine auffallende Ueber-einstimmung des Verhaltens der Reibungselektricität mit dem-jenigen der Beriihrungselektricität, und deuten auf eine gleicheUrsache. So wie in der Gasentbindungsröhre die verbrennlichenund basischen Materien sich nach dem negativen, die verbrann-ten , und im enteren Sinne die aciden Materien sich nach dempositiven Pole hinziehen und diese Anziehung von dem relati-ven Gegensätze der el. Ladung dieser beiderlei Classen vonKörpern abzuhängen scheint, so zeigte sich auch in obigenVersuchen die gleiche Beziehung. Insofern entscheiden diesel-ben an und für sich nichts wider die Franklin’sche Theorie,indem sie die Bewegungen der Flamme auf das allgemeine Ge-setz der Anziehung entgegengesetzt, und der Zurückstofsunggleichartig elektrisirter Körper zurückführen 1 .
2- Fhank-LIN glaubte zu bemerken, dafs der Funken zwi-schen der Schwefelkugel und seinem Finger sich über des letz-teren Oberfläche zu verbreiten schien, als ob er aus dem Fingerflösse; bei derGlaskugel aber war der Fall anders. Indefs siehtman leicht ein, dafs ein so zweideutiges Phänomen, vollendsda die Verbreitung über eine Fläche ebensowohl Einflielsen alsAusfliefsen anzeigen kann, unmöglich zum Entscheidungsgrundeeines Systems dienen kann.
1 Vergl. den Artikel: Galvanismus.