Band 
Erster Band.
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Orientalische Völker. Chinesen. 13

durch ihre Liede zur Wissenschaft und Kunst aus, so wie dadurch,daß sie der Freiheit des Denkens und dem Verkehr mit fremdenVölkern keine Schranken setzten. Sie wurden aber eben deshalbvon den Chinesen aller späteren Zeiten bitter getadelt, weil sie, wieman ihnen vorwarf, von der guten alten Sitte des Landes abge-wichen, und deswegen von Barbaren-Völkern des Auslands nichtallein selbst gestürzt worden wären, sondern auch das Vaterlandmit in ihren Sturz verwickelt hätten. Hätte das Streben.dieserKaiser, deren Schicksal in China noch jetzt häufig als ein ab-schreckendes Beispiel gegen jede Neuerung und jeden Verkehr mitFremden angeführt wird, Wurzel gefaßt: dann würde das chine-sische Volk eine fortschreitende Entwickelung erhalten haben, undwieder mit der Gesammtheit des Menschengeschlechts, von der esseit vielen Jahrhunderten sich getrennt hat, in Verbindung getretensein. Uebrigens herrschten die Song nur in dem südlichen undmittleren Theile von China; im Norden behaupteten sich einigeandere Herrschergeschlechter unabhängig. Der letztere Theil desLandes wurde alsbald von den Mongolen unterworfen, und diesebreiteten hierauf ihre Herrschaft auch nach Süden hin aus, undzwangen dort die Kaiser der Song-Dynastie ihnen Tribut zu zahlen.Endlich gründete der große Eroberer Dschingiskhan, welcheraus türkischen und mongolischen Stämmen sich eine Macht gebildethatte, sein großes Reich; und der Waffengewalt seiner Volkererlag das gesammte China: im Jahre 1280 wurde der letzte Kai-ser aus dem Hause Song gestürzt, und das ganze chinesische Volk mußteDschingiskhan's Enkel, Kublaikhan, als seinen Herrn anerkennen.

Die Herrschaft der Mongolen in China währte von 1280 bis1368. Die mongolischen Kaiser dieses Landes, deren Dynastie denNamen der Iwen führte, hatten ganz andere Sitten als dieChinesen. Sie gestatteten, wie die Song, den freien Verkehr mitFremden; zu jener Zeit wurden deshalb auch von: Abendlande herchristliche Bischöfe als Missionäre nach China gesendet, wo sie bisnach dem Stur; der Mongolen blieben, und der berühmte Vcne-tianer Marco Polo unternahm damals seine Reise nach Cbina,deren Beschreibung noch jetzt eine der Hauptquellen für unsereKenntniß dieses Landes bildet. Auch die Religion der Uwe», dersogenannte Lamaismus, schlug damals in China festere Wurzeln.