Orientalische Völker. Jsraeliten. 107
Handels wegen auf einer Oase der syrischen Wüste, zwischen Da-maskus und dem Euphrat, angelegt, und wurde einer der Haupt-stapelplätze für den Karawanenhandel des Alterthums und dadurcheine der reichsten und prachtvollsten Städte von Westasicn. DerSalomonische Tempel wurde auf dem Berge Morijah erbaut, undzwar durch ausländische Künstler und Arbeiter, besonders aus dergcwerbreichcn phönicischcn Stadt Tyrus; denn die Jsraeliten selbstwaren seither in den Künsten und Gewerben noch zu sehr zurückge-blieben. Der Tempel, welcher durch viele, zu Priestcrwohnungenund zu anderen Zwecken dienende Nebengebäude eine große Ausdehn-ung erhielt, war nicht durch die künstlerische Schönheit seines Baues,sondern durch seine außerordentliche Pracht und die ungeheure Masseder auf seine Ausschmückung verwandten edlen Metalle ausgezeichnet.
Sälomo trat mit den benachbarten Phöniciern und Egyptcrnin enge Verbindung, und machte in Gemeinschaft mit dein ersterenVolke große Handelsunternehmungen. Diese trugen ihm selbst zwarviel Geld ein, waren aber für die israelitische Nation nachtheilig,weil die Beschäftigung mit dem Handel ihrer Verfassung entgegenwar, und weil derselbe nicht durch Jsraeliten, sondern durch Phö-nicier und auf phönicischen Schiffen getrieben wurde. Der Salo-monische ^Seehandel ging voin arabischen Meerbusen aus, und wurdemit einem Lande getrieben, welches den Namen Ophir trug, des-sen Lage aber nicht sicher bekannt ist: Manche halten ein Stückvon Arabien, Andere einen Theil der Ostküste von Afrika für dasLand Ophir; in der neuesten Zeit sind Viele geneigt, denNamen Ophir als gleichbedeutend mit Ostindien anzusehen. WieSalomo in Verbindung mit den Phöniciern Handel trieb, ob-gleich die Mosaische Gesetzgebung diesen aus Palästina verbannthaben wollte, so änderte er nach dem Vorbild des egyptischcnStaats auch das Heerwesen'; er führte nämlich die von Mo-ses verbotene Reiterei ein, wozu er die Pferde aus Egyptenkommen ließ, indem Arabien damals noch keine Pferdezucht hatte.Salomo ging ferner im Laufe seines Lebens immer mehr indas an den despotischen Höfen des Orients herrschende Wesenüber, und entfremdete sich dadurch immer mehr seinem Volke. Ersteigerte die Schwelgerei und Pracht bis zu einem für die Nationsehr drückenden Grade, nahm eine Menge Gemahlinnen, von welchen