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Erster Band.
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Orientalische Völker. Jsraeliten. 109

ab, und huldigten insgesammt dem Götzendienst, welcher abwechselndvon den Egyptern, Phöniciern, Assyrern und Syrern entlehntward. Sie verboten, um einen Abfall an die Könige von Judazu verhindern, ihren Unterthanen sogar die Reise nach Jerusalem,wo der Tempel und die Bundeslade des von ihren Vatern ver-ehrten Gottes sich befanden. Zwar kehrte ihr Volk zuweilen zuseinem nationalen Glauben zurück; aber sie selbst hatten, statt dervon wirklichem Nationalsinn lind Patriotismus begeisterten wahrenPropheten, eine Pflanzschule von Hof-Propheten, d. h. von Lügnernund feilen Schmeichlern errichtet, und so sich des Mittels, dieStimmung des Volkes zu erfahren, beraubt. Nur selten tratenechte Propheten mit der Stimme der Wahrheit vor ihnen auf, wiez. B. Elias und Elisa. Auch die Könige von Juda, bei denenstets wahre Propheten, wie AmoS, Micha, Jesajas u. A., sicherhielten, fielen, ihrer Bündnisse mit fremden Völkern wegen, oftzu dem Götzendienst der Egypter, der Babylonier oder der Phö-nicier ab. Beide Reiche verbanden sich zu ihrem eigenen Verderbenhäufig mit fremden Völkern, von denen einige unter David undSalomo den Jsraeliten unterworfen worden waren, aber zum Theilschon im Augenblick der Trennung derselben sich wieder frei ge-macht hatten; beide führten fast beständig Krieg miteinander; beideendlich hatten das Unglück, in der Mitte zweier mächtiger Reiche,des egpptischen einerseits und des assyrischen und babylonischenandererseits, zu liegen, und so in dem Kampf dieser Mächte, dievom Euphrat und von: Nil her in Palästina einander begegneten,dem Sieger als Opfer anheimzufallen.

Das Reich Israel wurde im Jahr 722 v. Chr. durch denassyrischen König Salmanassar vernichtet. Der letzte König des-selben, Hosea, und der größere Theil des Volks mußten Palästinaverlassen, und wurden in entlegene Gegenden von Salmanassar'sReich versetzt, welches Schicksal man die assyrische Gefangen-schaft zu nennen pflegt. Dagegen wurden Einwohner vonBabylonicn und aus der Gegend um Sidon gezwungen nach Pa-lästina überzusiedeln. Diese wurden von Leviten bekehrt, ver-schmolzen mit den zurückgebliebenen Jsraeliten, und wurden so dieStammväter der von den reinen Jsraeliten gehaßten Samarita-ner. Das Reich Juda erlag dem babylonischen Könige Nebukad-