Phönicier
^ie Phönicier, ein gleich den Juden dem semitischen Stammangehörendes Volk, wohnten in der ältesten Zeit, bis zu welcherihre Geschichte reicht, am persischen Mecrbnsen. Von hier wandertensie schon sehr früh in das nach ihnen benannte Land ein, welchesim Norden von Palästina und im Südwesten von Syrien sichzwischen dem Libanon-Gebirge und dem Mittelmeer ausbreitet.Die Phönicier wandten sich schon früh dem Handel und der In-dustrie zu, entwickelten diese Thätigkeit zu einem für die ältere Zeitdes Alterthums sehr hohen Grade, und erhielten dadurch eine großeBedeutung für die Geschichte von Asien und Europa. Ihre eigeneGeschichte, über welche sich von ihnen selbst keine schriftlichen Werkeerhalten haben, dreht sich um die zwei Städte Sidon und Tyrus,in welchen jene Thätigkeit ihren Mittelpunkt hatte, und die ab-wechselnd an der Spitze der Phönicier standen. Dieses Volk warnämlich nie in einen einzigen Staat vereinigt, sondern jede Stadtbestand unabhängig für sich allein; nur waren die einzelnen Städteoft mit einander verbündet, und noch öfters hielt diejenige vonihnen, welche am meisten Reichthum und Macht erlangt hatte, dieübrigen in Abhängigkeit von sich. In den Städten selbst herrschtemeistens ein durch eine Aristokratie beschränktes Oberhaupt, dessenHerrschaft bald erblich, bald blos lebenslänglich, bald sogar nurfür eine bestimmte Zeit übertragen war.
Im Anfang der phönicischen Geschichte ist Sidon die mächtigsteStadt und der Hauptsitz des Hanhels und der Industrie dieses Volkes.Es wird schon zur Zeit Joseph's als ein mit Egypten Handel trei-bender Ort erwähnt: schon als die Juden aus Egypten auswanderten,erscheint es als eine weithin im Lande herrschende Stadt; und die buntenKleiderstoffe von Sidon waren unter den Griechen schon zu Homer's