Band 
Erster Band.
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Geschichte der alten Welt.

nur die Ehre des königlichen Namens, das erbliche Oberpriester-thum und der Ertrag der Krongüter blieben. Bald nach der Ein-führung dieser Verfassung suchte ein König dieselbe wieder umzu-stoßen, und es entstand dadurch ein förmlicher Bürgerkrieg, welcherdamit endigte, daß die von der königlichen Partei zu Hülfe gerufe-nen Perser das Land verwüsteten. Die Stadt Barke wurde vonihnen großentheils zerstört, Cyrene widerstand aber der persischenÜbermacht, und schaffte setzt die Königswürde ganz ab (um 432v. Chr.). Mit der Aufhebung der königlichen Würde und derHerstellung einer vollkommenen aristokratischen Republik beginnt diehöchste Blüthe der Stadt Cyrene, und diese glänzendste Periode dercyrenäischen Geschichte währte etwa hundert Jahre. Nach manchenBürgerzwisten, diein Folge einer gänzlichen inneren Zerrüttung späterimmer häufiger wurden, erlag Cyrene 323 v. Chr. den griechischenKönigen von Egypten, und verlor für immer seine Selbstständigkeit.

Der Handel Cyrenc's und der übrigen Städte der Pentapoliswar ebenso bedeutend zu Wasser als zu Land. Er ging einerseitsnach Ober-Egypten, Nubien und dem östlichen Theil des innerenAfrika's, andererseits hauptsächlich nach Griechenland und Klein-asien, während dagegen die Karthager vorzugsweise den Austauschder Waaren zwischen der westlichen Hälfte von Afrika und demWesten von Südeuropa vermittelten. Den afrikanischen Völkernbrachten die Cyrenäer die Erzeugnisse der griechischen Erwerbs-thätigkeit, sowie Getraide aus ihren eigenen fruchtbaren Feldern;nach Griechenland aber verführten sie hauptsächlich Pferde, Wolle,wollene Waaren und die berühmte Pflanze Silphium, sowie Ame-thyste, Onyre, Karneole und andere Edelsteine, welche sie aus deminneren Afrika und vom rothen Meer her bezogen. Das von denCyrenäern verkaufte Silphium oder Laserpitium, in DeutschlandLaserkraut genannt, war eine Pflanze, welche im Alterthum nur inCyrena'i'ka gezogen wurde. Ähnliche Pflanzen, denen man denselbenNamen gab, wurden in Medien und Ostpersien gebaut, und inneuerer Zeit entspricht die aus Ostindien und der Levante uns zu-kommende Asa sötida ihrer Wirkung nach am meisten dem Saftdes cyrenäischen Silphiums, wiewohl dieselbe von einer ganz ver-schiedenen Pflanze herrührt. Das Silphium von Cyrene diente zuverschiedenen Zwecken: die Blätter waren eine außerordentlich zu-