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Erster Band.
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Griechen. Die Colonieen. zzg

und ward wegen seiner Grausamkeit berüchtigt. Unter den Marterwerk-zeugen, deren er sich zur Bestrafung der Empörer und Verdäch-tigen bedient haben soll, wird am häufigsten ein hohler Stier vonBronze angeführt, in welchen die Unglücklichen eingesperrt wurden,um durch ein unter dem Stier angemachtes Feuer verbrannt zuwerden. Der Künstler Perillus hatte das Innere desselben so ein-gerichtet, daß das Todesgeschrei des Eingesperrten eben so lautete, alswenn ein Stier brüllte. Phalaris war, wie es heißt, über dieseErfindung sehr erfreut, ließ aber, um die Probe zu machen, zuerstden Künstler selbst in dem Stier verbrennen. Der Tyrann sollzuletzt durch einen allgemeinen Aufstand der Agrigentiner gestürzt,und von dem Volk zu Tode gesteinigt worden sein.

Siebenzig Jahre nach Phalaris hatte Agrigent einen Gebietervon ganz entgegengesetzter Art. Dies war der wahrscheinlich vonden Bürgern selbst zum Herrscher erwählte Theron, welcher durchMilde und Gerechtigkeitsliebe sich auszeichnete, und noch lange nachseinem Tode als einer der größten Wohlthäter Agrigent's in einemihm geweihten Tempel verehrt wurde. Er war der Schwieger-vater Gelo's von Syrakus, und hatte an dem glänzenden Siegedesselben bei Himera Antheil. Sein Sohn folgte ihm in der Re-gierung nach, wurde aber, weil er sehr tyrannisch herrschte, alsbaldverjagt. Für die hierauf wieder hergestellte Republik soll Empe-dokles, ein in Agrigent geborener Philosoph, eine neue Verfassungentworfen haben, nachdem er die von seinen Mitbürgern ihm an-gebotene Herrscherwürde ausgeschlagen hatte. In der späteren Zeitwarfen sich noch einige Male Alleinherrscher in Agrigent auf. DieStadt wurde einmal von den Karthagern fast ganz zerstört (406v. Chr.), und litt auch nachher, in den Kriegen dieses Volks mitden Römern, sehr viel, erhob sich aber immer wieder.

Selinuö, 627 v. Chr. von Megara Hybla aus gegründet,war eine durch Reichthum und prachtvolle Gebäude ausgezeichneteStadt, die jedoch mit Agrigent und Syrakus nicht verglichen wer-den konnte. Von ihrem Glänze zeugen noch jetzt die ungeheurenRuinen, welche den Boden des alten Selinus bedecken.

An der Nordküste Siciliens sind nur die beiden Städte Se-gesta und Himera bemerkenswerth. Beide waren von Chalcidiernaus der Stadt Zankle gegründet worden, wiewohl die Sage die