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Erster Band.
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Griechen. Sparta vor den Perser-Kriegen.

Die spartanische Geschichte dreht sich in den ersten Jahrhun-derten theils um die häufigen Zwistigkeiten zwischen dem Volk unddem Adel der Derer und zwischen dem Letzteren und den Königen,theils um den öfteren Kampf mit den Achäern, welche erst nachund nach unterworfen wurden, und hier und da sich wieder em-pörten. Die Lage der Achäcr war, wie es scheint, nicht durchausgleich, sondern je nach den bei dem Unterwcrfungsvertrage gemach-ten Bedingungen verschieden; es scheint sogar in Betreff derselbenvieles unbestimmt gelassen worden und daher willkürlich gewesenzu sein. Ebenso war offenbar viel Willkürliches und Zufälliges indie Verhältnisse des dorischen Theils der Einwohner oder der ei-gentlichen Spartaner gekommen, und daraus entsprangen haupt-sächlich jene fortwährenden Streitigkeiten unter denselben. DieseLage des Staats machte das Bedürfniß einer festen Bestimmungfühlbar, und führte, gegen 900 v. Chr., eine neue Einrichtung desStaats herbei, die nach dem Namen ihres Urhebers die LykurgischeGesetzgebung genannt wird.

Die Geschichte dieses berühmten Gesetzgebers Lykurg» s istdurch die Sage so sehr entstellt worden, daß man das Wahre in der-selben nicht mehr mit Sicherheit erkennen kann. Selbst die Zeitseines Lebens ist nicht mit vollkommener Zuverlässigkeit zu bestim-men; doch ist es höchst wahrscheinlich, paß er im Anfange desneunten Jahrhunderts vor Christo lebte: seine Gesetzgebung wird ge-wöhnlich in das Jahr L84 v. Chr. verlegt. Lykurg war ein Pro-klide und der jüngere Bruder des Königs Polydektes. Dieser starbvor der Niederkunft seiner Gemahlin, und Lykurg folgte ihm biszur Geburt des Kindes in der Regierung nach. Er hätte leichtselbst nachher noch sich im Besitz des Thrones behaupten können,that dies aber nicht, sondern erklärte vielmehr bald nach dem Todeseines Bruders, daß, wenn dessen Wittwe einen Knaben gebärenwurde, er die Regierung nicht als König, sondern als vormund-schaftlicher Regent fortführen werde. Der Sage nach soll seineSchwägerin ihm angeboten haben, ihr Kind gleich nach der Ge-burt umzubringen, wenn er sich mit ihr vermählen wolle; Lykurgaber ließ seitdem die ehrgeizige Frau sorgfältig beobachten, undgab Befehl, daß das Kind gleich nach der Geburt ihr entrissenwerde. Er saß gerade mit den vornehmsten Spartanern zu Tische,

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