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Erster Band.
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Griechen. Athen vor den P erser-Kriegcn. 297

zogthümer; seine Bevölkerung aber betrug in der blühendsten Zeitnur ungefähr fünfmalhunderttansend Menschen. Ungeachtet dieserbeschränkten Verhältnisse, und obgleich die Bewohner Attika's, durchden großen Aufschwung des Handels und der Schifffahrt von Aegina,lange Zeit vom Meere fast ausgeschlossen waren, trat doch dieStadt Athen gegen die mächtigen und kriegerischen Dorcr deö Pe-loponnes siegreich auf, und erhob sich und den ionischen Stamm zueinem beispiellosen Glänze. Die Athener wurden aber nicht alleindie Hauptmacht Griechenlands, sondern sie vereinigten auch die Er-findungen aller griechischen Länder und Stämme in ihrer Stadt,vervollkommneten dieselben, entwickelten die griechische Bildung biszu ihrer höchsten Vollendung, und wurden dadurch die Zierde undder Glanz der Menschheit.

Nur durch Umstände von außergewöhnlicher Art, wie diePerser-Kriege sie herbeiführten, konnten die Bewohner eines so klei-nen und so wenig begünstigten Ländchens diese große welthistorischeBedeutung erlangen. Zwar trug auch die ihnen von Solon ge-gebene demokratische Verfassung nicht wenig dazu bei, weil sie fürdie Entwickelung des Geistes, der Künste und der Gewerbe sehrförderlich war; aber in ihr lag nicht der alleinige Grund derGröße und Bedeutung des athenischen Volks, sondern schon vorderselben hatte dieses unter den Griechen eine Wichtigkeit erhalten,welche nachher, durch jene Änderung des Staatslebens und durchdie Begünstigung der äußeren Ereignisse, bis zu einem ungewöhn-lich hohen Grade gesteigert' ward. —

Nach dem Tode deö Königs Menestheus, welcher den Hel-den Theseus aus Athen verdrängt hatte, gelangten die Nachkommendes Letzteren wieder zu dem Besitze des Throns. Athen's Machtwar damals so gering, daß sein König unter den vor Troja ver-sammelten griechischen Fürsten als einer der unbedeutenderen er-scheint. Bei der Rückkehr der Herakliden flohen die von Tisamenusaus Achaja verjagten Jonier, sowie manche Achäer aus andernGegenden des Peloponnes nach Attika. Unter den Letzteren befandsich auch Melanthus, ein Nachkomme des im trojanischen Kriegeberühmt gewordenen Königs Nestor. Dieser rettete in einem Kriegemit den Böotiern die Athener durch einen Zweikampf, dessen derKönig selbst, ein Urenkel des Theseus, sich geweigert hatte, und