Band 
Dritter Band. E.
Seite
494
JPEG-Download
 

494

Elektromagnetismus.

lind ihre chemische Wirkung = 0 annimmt. Um dieses zuprüfen, habe ich die Versuche mit einem kleinen kupfernenKasten von 5 Z. Höhe, 6 Z. Breite und 1 Z. Tiefe wiederholt,und dabei gefunden, dal's das käufliche schwefelsaure Zink et-was verunreinigendes Kupfer auf der Zinkplatte absetzt. Audidas reine schwefelsaure Zink setzt mit der Zeit merklichenSchmutz auf der Zinkplatte ab, und es entwickeln sich an die-ser nicht wenige Luftblasen. Die Wirkung ist anfangs derdurch verdünnte Schwefelsäure erzeugten nahe gleich, nimmtaber nach 4 Stunden bleibender Schliefsung der Kette bedeutendab, und ist nach 24 Stunden fast ganz verschwunden. Gegendie Behauptung aber, dafs elektromagnetische Wirkungen ganzohne chemische Thätigkeit stattfinden sollen, streiten sehr be-stimmt die Versuche von Bouili.et 1 , wonach Nadeln aus nichtoxydirbaren Metallen in Theile des thierischen Körpers gesenktund mit einem Multiplicator verbunden, gar keinen Einflufs aufdie Magnetnadel zeigen, welcher dagegen bei Anwendung vonrostenden stählernen sogleich zum Vorschein kommt. EineErörterung dieser Frage gehört nicht hierher.

4. Gesättigte Schwefelsäure Kupferauflösung soll nachFfaff 2 unter allen von ihm versuchten Flüssigkeiten die stärksteWirkung geben. Indefs ist diese Substanz theuer, und setztsehr bald einen starken Ueberzug von Kupfer auf der Zinkplatteab, wodurch ihre weitere Wirksamkeit aufgehoben wird. Beidegenannte Flüssigkeiten können daher keineswegs dazu gebrauchtwerden, um die Elektromotoren in stets fortdauernder Thätig-keit zu erhalten, wie man auf den ersten Blick wohl anzuneh-men geneigt seyn könnte.

5. Sonst gebraucht man noch Salpetersäure , allein diesegTeift das Metall heftig an, und übertrhft liinsichtlich ihrer Wir-kung die Schwefelsäure nicht. Viele bedienen sich auch einerMischung von Salpetersäure , Schwefelsäure und TVasser.Davy 3 nahm bei den Versuchen, welche er zur Erzeugungeiner mächtig wirkenden Elektricität anstellte , eine Mischungaus 1168 Th. Wasser, 108 Th. Salpetersäure und 25 Th. Schwe-felsäure. Eine ähnliche Mischung habe ich verschiedentlich

1 Magendie Journal de Physiol. V. 1.

2 a. a. O.

3 Phil. Trans. 1821. II. G. LXXI. 244.