ZA4 Geschichte der alten Welt.
Fehler, durch welchen ebenso, wie durch alle von der verbündetenFlotte gemachten Eroberungen, die Macht der Athener auf Unkostenanderer Griechen vermehrt wurde. Das Übergewicht der Athenerwar nämlich in dem Kongreß zu Delos so bedeutend, daß die Fort-dauer des Seekriegs gegen die Perser beschlossen ward, ungeachtetderselbe für die Mehrzahl der Verbündeten sehr drückend war. Umnun ihre Schiffe und Bürger nicht beständig ausschicken zu müssen,und mn durch die damit verbundene Stockung der Gewerbe unddeö Handels nicht in Noth zu gerathen, kamen die meisten Bundes-genossen mit den Athenern dahin überein, daß sie sährlich eine be-stimmte Summe Gelds an dieselben bezahlten, und diese dafürstatt ihrer die vorgeschriebene Zahl von Schiffen und Truppenstellten. Dadurch setzten sie mit ihrem eigenen Gelde die Athenerin den Stand, ihre Seemacht zu vergrößern, sie selbst aber warennatürlicher Weise von jetzt an gänzlich machtlos und der athenischenWillkür preisgegeben. Dieses verkehrte Verfahren der meistenBundesgenossen, zu welchem, wie es scheint, Cimon mit wohlbe-rechneter Politik den Vorschlag gemacht hatte, verschaffte den Athe-nern die vollständige Herrschaft zur See. Sie unterhielten nunauf fremde Kosten eine große und wohlgeübte Flotte, und die Co-lonieen, welche sie damals auf den Inseln und Küsten anlegten,bildeten eine vortreffliche Wache, durch die man jede Bewegungder Bundesstaaten und der Barbaren beobachtete.
Nach der Unterwerfung von Naros segelte Cimon in die Ge-wässer des südlichen Kleinasiens, eroberte daselbst viele Seeplätze,mid erfocht 469 v. Chr. am Eurymedon einen glänzenden Siegüber die Land- und Seemacht der Perser. Die Flotte der Letzterenwar nämlich an der Mündung dieses pamphylischen FlnsseS vorAnker gegangen, und nicht weit davon hatte ein zahlreiches persi-sches Landheer sein Lager aufgeschlagen. Cimon griff die Ersterean, und brachte ihr eine solche Niederlage bei, daß zweihundertgroße Schiffe der Feinde von ihm genommen, die meisten übrigenaber in den Grund gebohrt wurden. Gleich nach der gewonnenenSchlacht setzte er seine Truppen ans Land, um auch daö persischeLager anzugreifen, wohin die Nachricht von diesem Kampfe nochnicht gelangt war. Ein Theil des griechischen Heeres mußte, nach-dem er die Kleidung der auf den Schiffen in Gefangenschaft ge-