Band 
Erster Band.
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416
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416 Geschichte der alten Welt.

Staatsleitung, von Jktinus und Kallikrates erbaut. Der großeBildhauer Phidias schmückte es mit seinen Werben aus. Von denReliefs und Rundbildern dieses Tempels haben sich viele erhalten,welche gegenwärtig fast insgesammt sich im brittischen Museum be-finden, und nach dem Lord Elgin, der sie dahin brachte, den NamenElginische Marmor führen: sie sind entweder von Phidiasselbst oder von Schülern desselben unter seiner Leitung verfertigtworden. Im Inneren des Tempels stand die sechs und dreißigFuß hohe Statue der Minerva, eines der Hauptwerke dieses Bild-hauers, welches aber schon längst untergegangen ist. Diese Statuewar aus Elfenbein und Gold zusammengesetzt. Der letztere Stoffbildete das Gewand der Göttin, und war so angebracht, daß erim Nothfall abgenommen werden konnte, um zu den Bedürfnissendes Staats verwendet zu werden. Man hat den Werth diesesGoldes auf 786,500 Thlr. berechnet. Phidias hatte noch zweiandere Statuen der Minerva oder Pallas verfertigt; eine dersel-ben, welche aus dem zehnten Theile der Marathonischen Beute inErz gegossen war, stand auf dem höchsten Punkte der Burg, undwar so groß, daß behauptet wird, man habe ihren blinkenden Helmund Speer an dem fünf Meilen von Athen entfernten VorgebirgeSummn sehen können.

Den Namen Propyläen d. i. Vorhof oder Vorhallen führ-ten die jetzt ganz in Trümmern liegenden Bauwerke, durch welchePerikles die von Cimon begonnene Befestigung der Akropolis voll-endete. Sie wurden von 437 bis 433 v. Chr. von dem ArchitektenMnesikles erbaut, und bestanden aus mehreren zusammen gehören-den Gebäuden, welche auf dem einzigen in die Akropolis führendenWege errichtet waren, und den Zugang zu dieser bildeten. DiePropyläen waren also nicht etwa blos ein einzelnes Thor, wiedas Brandenburger Thor zu Berlin, welches einem Theile derPropyläen nachgebildet ist, sondern sie bestanden theils aus einemgroßen, fünf Hallen bildenden Säulenthor von Marmor, zu welchemman auf einer prachtvollen Treppe gelangte, theils aus einigenvor demselben zu beiden Seiten errichteten Gebäuden. Eines derLetzteren war eine Säulenhalle oder Stoa, deren Wand von Po-lygnot's Hand mit Gemälden verziert worden war. Das unterPerikles Staatsverwaltung erbaute Odeum, welches am Fuße der