Griechen. Ende des peloponnesischen Kriegs. 471
sein mit Waffen und Schiffsschnabeln der besiegten Feinde geschmück-tes Geschwader landete, in dem Hafen Piräus zusammen. Manempfing ihn mit Jubelgeschrei, warf ihm Kränze zu, und zeigteihn den Jüngeren als den sieggekrönten Retter der Vaterstadt.Die Volksversammlung, in welcher er gleich nach seiner Landungauftrat, ernannte ihn zum Oberanführer des Heeres und der Flottemit ganz unumschränkter Gewalt, und rüstete für ihn eine sehrgroße Kriegsmacht aus, für welche alle Kräfte des Staats aufge-boten wurden. Als die Zeit des großen Festes der eleusinischenMysterien herannahte, beschloß Alcibiades, vermittelst desselben seinAnsehen im Volke noch mehr zu vergrößern, und zugleich den ihmeinst gemachten Vorwurf der Entweihung dieses heiligen Gottes-dienstes auf eine glänzende Weise zu tilgen. Seit der BesetzungDccelia's durch die Spartaner hatte der große Festzug des Volkesnach Eleufis nicht mehr zu Lande gehalten werden können. Alci-biades stellte das leichte Fußvolk an verschiedenen Punkten desWeges und der umliegenden Höhen auf, ließ die Umgegend vonder Reiterei durchstreifen, deckte den Zug durch die Schwerbewaff-neten, und geleitete so das entzückte Volk glücklich nach Eleusis undwieder zurück.
13. Die letzten Jahre des peloponnesischen Kriegs.
Die übermäßige Freude der Athener über den Mann, der, wieman glaubte, alles konnte was er wollte, war sehr kurz; denn alsAlcibiades, im dritten Monat nach der Rückkehr in seine Vater-stadt, wieder auf dem Schauplatz des Krieges erschien, fand er dorteine große Veränderung der Dinge. An der Spitze der pelopon-nesischen Flotte stand als Admiral der Spartaner Ly fand er, wel-cher Alles in sich vereinigte, was zu einer glücklichen Fortsetzungdes Krieges nöthig war, und die persische Regierung war setzt mehrals jemals dem Interesse der Spartaner gewogen. Lysander besaßnicht allein große Feldherrntalente, sondern auch, was unter dendamaligen Umständen noch mehr werth war, die größte Gewandt-heit und Schlauheit. Er war einer der verschlagensten Männer,deren die Geschichte gedenkt, und wußte sehr geschickt den Stolz unddie Härte des Spartaners mit der Geschmeidigkeit und diplomatischen