Tellurischer Magnetismus. 573
lieh zeigen, clafs auch der elektrische Leitungsdraht sich in die-ser Hinsicht als eigentlichen Magnet zeigt.
1. Die oben (III. A. 11.) beschriebene Spiralscheibe erhältim Kreise der galvanischen Elektricität bei nicht zu schwachenElektromotoren eine solche magnetische Intensität in ihrem Cen-tro, dafs sie die Tole starker Magnetnadeln ablenkt und festhält.Ist sie daher an den Enden des Drahtes, woraus sie gewundenwurde, durch Einsenken derselben in Quecksilbet in den elek-trischen Strom gebracht, und entweder ouf feinen Spitzen die-ser Enden oder an einem ungezwirnten Seidenfaden hinlänglichbeweglich balancirt, so wird sie sich mit ihrer Nord - und Süd-seite nach diesen beiden Weltgegenden einrichten, folglich mitihrer Fläche den magnetischen Meridian normal durchschneiden.
2- Auch der oben (III. C. 1.) beschriebene Ermansche Ro-tationsapparat zeigt zum Mindesten einiges Bestreben, sich nachseiner Polarität in den magnetischen Meridian zu richten, insbe-sondere wenn er unter einer Glasglocke befindlich gegen jedenLuftzug gesichert ist. Allein die Aeufserungen dieser Polaritätsind nur schwach, und man mufs, um die Wirkungen mit Si-cherheit zu erhalten, zu den spiralförmigen oder noch besser zuden schraubenförmigen Windungen des Leitungsdrahtes seineZullucht nehmen. Aus der (oben III. B. 11.) gegebenen Dar-stellung der Art, wie ein solcher gewundener Draht wirkt, er-giebt sich nämlich sehr auffallend, dafs beide Polaritäten durchdie Zahl der Windungen an Stärke zunehmen müssen. Manwendet daher auch gegenwärtig nur solche Windungep an, wennman sogenannte elektrische Magnete darstellen will.
3. Amfeke, welcher durch seinen unermüdeten Eifer unddie vielen von ihm ausgesonnenen Apparate die neue Entdek-kung so ausnehmend gefördert hat, dafs er mit Hecht der Be-gründer des Elektromagnetismus in dem Umfange, wie wir ihnjetzt kennen, genannt werden kann, war der erste, welchereinen aus schraubenförmig gewundenem Drahte nachgebildetenMagnet darstellte, und obgleich derselbe, wahrscheinlich we-gen seines zu grofsen Gewichtes und der minder leicht beweg-lichen Balancirung sich durch den Einflufs des tellurischen Ma-gnetismus nicht in den magnetischen Meridian richten wollte,so verdient doch dieser erste Apparat als das Muster aller spä-teren des geschichtlichen Interesses wegen aufbewahrt zu wer-den. Dals diese Ursache die alleinige des Nichtgelingens dieses