Elektrometrie.
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Elektricität mitgetheilt ist. Abstrahiren wir hierbei vorläufig vonder Form der Körper und ihrem Einflüsse auf die Vertheilungder Elektricität auf denselben 1 , so folgt aus dem Bestreben derElektricität nach Neutralisation mit ihrem Entgegengesetzten,welches sie im Innern der Körper nicht findet, desgleichen ausder Repulsion ihrer einzelnen Theile gegen einander, dafs siesich auf der Oberfläche anhäufen mufs, und Von hieraus zer-streuen würde, wenn die Nichtleitung der Luft dieses nicht hin-derte. Beobachtet man im Finstern das Ausströmen der Licht-biischel, Welche von einer Spitze ausgehend sich kegelförmigmit abnehmend schwächerem Lichte ausbreiten , so giebt dieseFirScheinung gleichsam ein Bild des Bestrebens der Filektricität,sich vom Leiter aus zu zerstreuen, und zwar so, dafs ihre Dich-tigkeit hierbei den Quadraten des Abstandes vom Leiter, aufdessen Oberfläche sie aufgehäuft ist, umgekehrt proportionalabnimmt. Wäre dieser letztere Satz durch Theorie und Erfah-rung hinlänglich begründet, und dürften wir annehmen, dafsdie nach Ausgleichung strebende, auf der Oberfläche eines iso-lirten Leiters ausgebreitete Filektricität gleichfalls an Dichtigkeitund somit auch an Wirksamkeit den Quadraten der Entfernungproportional abnähme, so hätte die Elektrometrie eine feste Ba-sis , worauf sie fufsen könnte, indem dann die Elektricität nurin einer einzigen Entfernung gemessen werden dürfte , um dieStärke derselben in jedem Abstande Von ihrem eigentlichen Sitzezu bestimmen, wobei sich von selbst versteht, dafs auf diedurch mannigfaltige Umstände bedingte stete Ausströmung ge-hörige Rücksicht zu nehmen wäre. Deswegen ist es bisher dashauptsächliche Streben der Elektrometrie gewesen, dieses Ge-setz mit genügender Zuverlässigkeit zu begründen.
Pfaff 2 hat gezeigt, dafs der Inbegriff der gesammten elek-trischen Erscheinungen nur dann mit innerer Consequenz er-klärt werden kann, wenn man die Elektricität für ein gewissesmaterielles, ätherartiges Wesen hält, dessen einzelne TheileRepulsion gegen einander ausüben. Dieser Ansicht huldigen ge-genwärtig alle diejenigen Physiker, welche sich bei der Erfor-schung der Elektricität nicht mit der Kenntnifs der allgemeinstbekannten Erscheinungen und der hierauf oberflächlich gebaue-
1 Hierüber S. Elektricität; Mittheilung derselben.
2 S. Elektricität.