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Elektrometrie
Ich gestehe, dafs ich diesem Einwurfe, so wie er liieraufgestellt ist, nicht beitreten kann. Allerdings findet eine denGriilsen der Oberflächen nicht genau proportionale Vertheilnngder Elektricitäl statt, wenn ungleich grofse leitende Körper miteinander in Berührung kommen, deswegen weil sie sich nachPoisson’s und Coulomb’s Untersuchungen stärker auf den dün-neren Theilen der Leiter anhäuft; allein bei Mayer’s Versuchenist blofs von Oberflächen auf isolirenden Glasscheiben die Rede,und da leidet es wohl keinen Zweifel, dafs bei einer in zweiungleiche Theile zerschnittenen Belegung die Menge der Elek-tricität eines jeden der Theile seiner Ausdehnung proportionalgefunden werden würde. Die Sache hätte sich leicht controli-ren lassen, wenn Mateii bei einem oder einigen Versuchendie Eiaschen verwechselt, und A mit B vertauscht hätte. Mirscheint indefs die Flasche überhaupt nicht für Versuche dieserArt geeignet zu seyn, weil man von der Stärke, womit sie einenTheil der mitgetheilten Elektricität gebunden hält, nie versi-chert seyn kann. Ich habe nämlich sehr oft bei einer Flaschemit beweglichen Belegungen (den Wilke’schen Platten) die Er-scheinung beobachtet, dafs sie länger als eine Viertelstunde hin-durch ganz als Elektrophor wirkte, d. h. dafs nach dem Los-schlagen derselben und gleichzeitiger Berührung beider Bele-gungen mit zwei Fingern der nämlichen Hand die obere isolirtabgehobene Belegung einen merklichen Funken gab, und die-sen Versuch habe icli wohl hundertmal nach einander wieder-holt, ohne sehr bedeutende Verminderung des Elinkens nachdem Aufheben der oberen Belegung'. In diesem Falle war alsodie Spannung der verbundenen Belegungen fast = 0 bei vor-handener starker Elektricität. Wenn man also annimmt, dafsdie Flasche A die genannte Eigenschaft gleichfalls gehabt habe,die Eiasche B dagegen nicht, so konnte letztere der ersterendie freie Elektricität in einem stärkeren Mafse entziehen, diegebundene aber am Elektrometer gar keine oder nur geringeSpannung zeigen. Dieser Einwurf kommt zum Theil mit dem-jenigen überein, welchen Egen
4- gegen die angegebenen Versuche geltend macht, näm-lich dafs man nicht versichert seyn kann, ob das Glas beiderFlaschen gleich dick war. Bezeichnet man bei einem Conden-
1 Vergl. Elektrophor.