Band 
Dritter Band. E.
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Erdbeben.

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hurten dem Verderben am wenigsten unterliegen. In einigenFällen ist das Zerbrechen und gleichsam Zerriebenwerden derstärksten Steine über alle Vorstellung hinausgehend. Hierbeiist aus leicht begreiflichen Gründen der Aufenthalt in den Häu-sern und überhaupt in den bewohnten Orten am gefährlichsten,allein auch Felder und Berge gewähren keine vollkommene Si-cherheit, indem die ersteren an einigen Stellen bersten, zuwei-len stückweise herausgerissen und fortgeschleudert werden, dieletzteren aber nicht selten in die Tiefe herabgleiten, Flüsse ab-dämmen und hierdurch Ueberschwemmungen anrichten.

Wenn schon die durch diese Bebungen angerichteten Ver-heerungen alle Vorstellung übersteigen, so ist dieses noch mehrder Fall bei den rotatorischen Erschütterungen, deren Möglich-keit man zu bezweifeln geneigt seyn müfste, wenn nicht dieThatsachen über allen Zweifel erhoben wären, obgleich sie un-ter die seltenem oder mindestens die nicht häufig beobachtetengehören. Agatino Longo erwähnt 1 , dafs bei dem Erdbebenzu Catanea, dessen Richtung im Allgemeinen von SO. nachNW. ging, mehrere Statüen gedrehet wurden, und namentlichfand man die Richtung einer grofsen Steinmasse um 25° vcnO. nach S. verändert. Noch auffallender aber ward diese rota-torische Bewegung bei dem Erdbeben zu Valparaiso am 19tenNov. 1822 beobachtet, indem mehrere Häuser umgedrehet,drei Palmen aber wie Weiden um einander gewunden wurden 2 .

Nur die geringeren Erdbeben gehen mit einem einzigenStofse vorüber; bei den meisten erfolgen in kurzen Zwischen-räumen mehrere , und meistens so viel zahlreichere , je heftigerdie Erschütterung überhaupt ist. Von den Stöfsen ist der erste,eben so oft aber, wo nicht noch öfter, der zweite der stärkste.Aufserdem aber werden die Erschütterungen auch nach längerer»Zwischenräumen wiederholt, wie denn die Erdbeben in Syrien zuweilen mehrere Monate hindurch mit kürzeren oder längerenPausen fortdauern. In der Regel aber ist die erste Katastrophedie gewaltsamste und zerstörendste.

2. Wie bedeutend grofs die Strecken sind, welche durchdie Erdbeben in eigentliche Schwankungen gesetzt werden, die-ses ersieht man hauptsächlich aus den Flutungen des Meeres.

1 Bibi. nniv. 1818. Nov.

2 Anu. Cb. et l’h. XXVil. 332.